Erfurt: Hoffnung für marodes Wahrzeichen? Stadt hat jedenfalls „sehr großes Interesse“

Für ein marodes Wahrzeichen der Stadt Erfurt besteht womöglich Hoffnung.
Für ein marodes Wahrzeichen der Stadt Erfurt besteht womöglich Hoffnung.
Foto: imago images / Steve Bauerschmidt / Bild13

Erfurt. Die Denkmalliste von Erfurt ist lang. Neben Krämerbrücke, Dom und Co. füllen zahlreiche besondere Bauwerke die rund 150 Seiten schwere Auflistung der Stadt.

Nicht alle von ihnen ziehen so viele Besucher an wie die Krämerbrücke – und das macht sich immer wieder auch baulich bemerkbar. Für zwei inzwischen marode Werke besteht jetzt möglicherweise wieder Hoffnung. Darüber berichtet die „Thüringer Allgemeine“.

Erfurt: Für diese Besonderheiten in der Stadt keimt Hoffnung auf

Unattraktive Graffitis, herunterbröckelnder Putz. So sieht der markante Glockenturm von Erfurt-Rieth derzeit aus. Seit Ende des letzten Jahres werden Passanten mit Netzen vor potentiell herabstürzendem Material geschützt.

Dieser Turm befindet sich in privater Hand. Davon hat seine Inhaberin Ute Kemmerich nichts gewusst, als sie die nebenliegende Gewerbeimmobilie vor über 20 Jahren für ihr Frisörunternehmen erstanden hat.

So teuer soll die Reparatur werden

Erst 2013 erfuhr sie, dass sie Sorge für das marode Bauwerk zu tragen habe – und damit auch für die anfallenden Kosten. Keine günstige Angelegenheit: Eine Reparatur schlage mit über 100.000 Euro zu Buche, eine grundlegende Sanierung koste mehr als doppelt so viel. Das übersteige ihre Möglichkeiten, sagte sie der „Thüringer Allgemeinen“.

Zu dem Ensemble in der Mainzer Straße 34 und damit zum Besitz Kemmerichs gehöre außerdem das Wandgemälde „Sieg der Liebe über die Finsternis“ – ebenfalls reif für eine Sanierung, ebenfalls ein kostspieliger Posten.

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10.000 Euro wolle sie aus privater Tasche in die Sicherung des Denkmals investieren. Dann, so wünscht sie, solle der Turm als Schenkung oder der gesamte Gebäudekomplex per Verkauf an die Stadt gehen. Es handele sich schließlich um ein erhaltenswertes „sozialistisches Haus“, ein Wahrzeichen.

Auf ihr Angebot aus dem Jahr 2017 habe es bislang jedoch keine Reaktionen gegeben. Und dennoch: „Aus kulturpolitischer und baulicher Sicht hat die Stadt jedenfalls sehr großes Interesse an Erhaltung und Restaurierung des Gesamtensembles“, sagte Erfurts Kulturbeigeordneter Tobias Knoblich der „Thüringer Allgemeinen“ >>>> Dafür gebe es zwar einige denkbare Varianten, jedoch noch keinen konkreten Plan. (vh)