Bodo Ramelow wundert sich: „Gab es etwa Ärger mit der Thüringer CDU?“

Bodo Ramelow gemeinsam mit der neuen Vorsitzenden der Linken Susanne Hennig-Wellsow.
Bodo Ramelow gemeinsam mit der neuen Vorsitzenden der Linken Susanne Hennig-Wellsow.
Foto: imago images/Jacob Schröter

Erfurt. Die Linke hat eine neue Doppelspitze: Die Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, Janine Wissler, und die Thüringer Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow.

Gratulationen kamen von allen Seiten. So auch vom Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz. Doch die Glückwünsche waren bereits am Sonntag wieder gelöscht.

Genau an dieser Stelle schaltet sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow ein. Er vermutet eine Verbindung zur Thüringer CDU. Doch der Reihe nach.

Linke wählt neue Doppelspitze, CDU und Ramelow schalten sich ein

Am Samstag waren Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow, bekannt geworden durch den Blumenstraußwurf vor die Füße des Thüringer Ex-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich, zur neuen Doppelspitze der Linken gewählt worden.

Besonders Wissler erhielt viel Anerkennung und Lob für ihre Arbeit im hessischen Landtag. CDU-Generalsekretär Manfred Pentz gratulierte in einer Mitteilung, nannte Wissler eine „bekennende Kommunistin“.

„Mit ihr hat die Partei eine geschliffene Rednerin und charismatische Persönlichkeit an die Doppelspitze gewählt“, erklärte Pentz. „Sie hat sich als engagierte Oppositionspolitikerin im Hessischen Landtag einen beachtlichen Ruf erarbeitet, der sie nun auf die Bundesebene führt.“

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Die Thüringer CDU bezeichnete das neue Führungsduo der Linke als „toxische Mischung“. Dieser dürfe man es nicht gestatten, ins Herz der Gesellschaft vorzudringen, so Generalsekretär Christian Herrgott.

Mit ihnen habe die Partei eine radikale Doppelspitze gewählt, so Herrgott. „Das Duo mag über den Weg uneins sein, über das Ziel nicht, und das heißt Systemwechsel hin zu einem neuen Sozialismus.“

Bodo Ramelow wettert gegen Thüringer CDU

Bodo Ramelow nimmt die Kritik der Thüringer CDU auf. Er twitterte, nachdem die Glückwünsche der hessischen CDU verschwunden waren: „Gab es etwa Ärger mit der Thüringer CDU? Hat da etwa jemand Herrgott noch mal gerufen? Oder um im Wettbewerb um den Antikommunistischsten Ausfall nicht zu verlieren?“

Der Thüringer Ministerpräsident vermutet, dass die Glückwünsche auch wegen der Kritik der Thüringen CDU zurückgenommen worden waren.

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Linke ist in Thüringen auf gute Zusammenarbeit mit CDU angewiesen

Die Thüringer Linke muss sich nach der Wahl ihrer bisherigen Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow zur Bundesvorsitzenden personell neu aufstellen. Am Montag will der Linke-Landesvorstand über die Konsequenzen aus der Wahl beraten.

Dabei stehe nicht allein die Frage der Hennig-Wellsow-Nachfolge im Mittelpunkt, teilte ein Parteisprecher am Samstag mit. Es gehe auch um die personelle Entwicklung mit Blick auf die im September anstehenden Landtagswahlen, bei der die Linke ihren Status als stärkste Partei zu verteidigen hat.

Die Thüringer CDU hatte kürzlich eine neue Stabilitätsvereinbarung mit der rot-rot-grünen Koalition bis zu einer vorgezogenen Landtagswahl im September geschlossen. Sie soll dafür sorgen, dass es in den kommenden Monaten nicht zu politischem Stillstand kommt. Rot-Rot-Grün fehlen vier Stimmen für eine eigene Mehrheit im Landtag. (mb mit dpa)