Erfurt: Polizist in Apolda beinahe tot gefahren – Raser erhält lange Haftstrafe!

Bei einer Verfolgungsfahrt überfuhr der Angeklagte (links) beinahe einen Polizisten.
Bei einer Verfolgungsfahrt überfuhr der Angeklagte (links) beinahe einen Polizisten.
Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Erfurt. Weil er bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei einen Beamten angefahren und schwer verletzt hat, ist ein 40 Jahre alter Mann vom Landgericht Erfurt zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden.

Wie ein Gerichtssprecher weiter mitteilte, sprach die erste Strafkammer den Mann am Donnerstag unter anderem wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig.

Sie sah es als erwiesen an, dass der Mann bei der Verfolgungsjagd im Sommer 2020 in Apolda einem Polizisten über den Fuß gefahren war und ihn schwer verletzt hatte.

Am Landgericht Erfurt: Polizist bis heute nicht dienstfähig

Der 40-Jährige war zum Tatzeitpunkt wegen Fahrens ohne Führerschein vorbestraft. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hatte er verdecken wollen, dass er ohne Führerschein unterwegs war. Er will nach eigener Aussage den Polizisten nicht gesehen haben.

Der Mann muss außerdem 20 000 Euro Schmerzensgeld an den Beamten zahlen, der in dem Strafverfahren Nebenkläger war. Nach Angaben des Nebenklage-Anwalts in der Verhandlung befindet sich der Beamte bis heute in medizinischer Behandlung.

Es sei unklar, ob und inwieweit er seinen Dienst wieder antreten könne.

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Führerscheinentzug für fünf Jahre

Nach dem Urteil wird dem 40-Jährigen zudem für fünf Jahre der Führerschein entzogen. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten wegen versuchten Mordes eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten gefordert.

Die Nebenklage hatte sich dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Die Verteidigung, die auf gefährliche Körperverletzung plädiert hatte, hielt eine Strafe von zwei Jahren und acht Monaten für angemessen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa/mb)