Fakt ist! in Erfurt: Eklat in MDR-Sendung! AfD-Mann provoziert Teilnehmer – „Trauen Sie sich?“

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Nicht nur zur Bundestagswahl am 26. September wird es spannend. Auch nach der Wahl wird es viele offene Fragen geben. Denn: es geht für die Parteien in die Koalitionsverhandlungen. Wer regiert mit wem? Welche Bündnisse wird es geben? Jamaika, Ampel oder Kenia? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Wir erklären es dir.

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Erfurt. Die Bundestagswahl 2021 ist vorbei, die Deutschen warten auf die Entscheidung, wer neuer Bundeskanzler wird. Auch in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt wird in den nächsten Wochen und Monaten viel über politische Farbenspiele gesprochen. Im Freistaat hat die AfD die meisten Stimmen bekommen.

Ein Kommentar des neuen AfD-Bundestagsabgeordneten Michael Kaufmann in der MDR-Sendung „Fakt ist!“ aus Erfurt legt nun nahe, dass sich die Partei Hoffnung auf eine Einladung an den Verhandlungstisch in Berlin macht.

Erfurt: Wer mit wem? Die Frage dominiert die MDR-Sendung

In der Sendung waren sechs Direktkandidaten geladen, um über die Ergebnisse der Bundestagswahl zu diskutieren. Hautsächlich ging es um mögliche Regierungskoalitionen. Da stehen ja einige Möglichkeiten im Raum. Jamaika, Ampel – oder vielleicht doch eine ganz andere Koalition.

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Michael Kaufmann (AfD) hatte in der Sendung einen ganz eigenen Vorschlag.

AfD-Kaufmann spricht in Erfurt den Tabu-Bruch an

In Richtung der Vertreter von CDU (Antje Tillmann) und FDP (Gerald Ullrich) im Studio sagte er: „Lassen sie uns doch einfach einen Bundeskanzler der FDP wählen!“

„Frau Merkel, die das rückgängig machen kann, ist nun ja nicht mehr da! Trauen sie sich, Herr Ullrich?“

Damit spielt er auf die Wahl von Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten im Jahr 2020 an. Der FDP-Mann wurde damals mit Stimmen von CDU, FDP und eben der AfD gewählt, was ein bundesweites politisches Beben auslöste. Der Vorgang wurde von vielen Seiten als politischer Tabubruch bewertet.

Ullrich (FDP) empört: „War das eine ernstgemeinte Frage?“

Entsprechend empört reagierte Gerald Ullrich (FDP) in der MDR-Sendung: „War das jetzt eine ernstgemeinte Frage?“

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Das ist die AfD:

  • AfD steht für „Alternative für Deutschland“
  • Parteivorsitzende sind Jörg Meuthen und Tino Chrupalla
  • Gründung am 6. Februar 2013 in Berlin als zunächst rechtsliberale und EU-skeptische Partei
  • 2015 erste Spaltung eines wirtschaftsliberalen Flügels unter Parteigründer Bernd Lucke – Partei rückt dadurch deutlich nach rechts
  • bei der Bundestagswahl 2017 holte sie 12,6 Prozent, 2021 noch 10,3 Prozent
  • stärkstes Wahlergebnis war 27,5 Prozent bei der Landtagswahl in Sachsen 2019

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Kaufmann lächelte nur verschmitzt: „Na sicher, wir haben das doch schon gemacht in Thüringen.“

An dieser Stelle funkte Sandro Witt (Linke) dazwischen: „Die CDU hat in Thüringen einen Kandidaten aufgestellt, der sehr AfD nah ist. Den haben wir in die Wüste geschickt – in Süd-Thüringen. Und sie sprechen jetzt davon, auf Bundesebene etwas zu machen.“

MDR-Moderator muss eingreifen

Daraufhin kochte die Situation mehr und mehr hoch und Moderator Andreas Menzel musste sich einschalten: „Es ist ja so, dass wir feststellen können, dass es niemanden geben wird, der eine Regierung in Berlin mit Herrn Kaufmann und seiner Partei bildet.“

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Die Stimmung nach der Wahl scheint in Thüringen noch immer aufgeheizt zu sein. (bp)