Erfurt wird zum Demo-Mekka – ausgerechnet SIE wollen den 1. Mai unterwandern

Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Erfurt ist die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Sie ist mit 214.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. Erfurt wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Bistums im Jahr 742 erstmals urkundlich erwähnt.

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Erfurt. An diesem Tag reißen sich die Polizisten in Erfurt sicher nicht um ihre Schichten. Am 1. Mai werden auch in Thüringen wieder zahlreiche Demonstrationen erwartet.

Mit zwölf größeren Veranstaltungen liegt der Schwerpunkt dabei ganz klar in Erfurt. Dabei gehen in Erfurt nicht nur Gewerkschaften und Parteien auf die Straße.

Erfurt wird zum Schwerpunkt der Demonstrationen am 1. Mai

Landesweit sind mit Stand Donnerstag 35 Veranstaltungen geplant. Wie genau der 1. Mai dabei nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen ablaufen wird, ist noch unklar.

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Das ist die Stadt Erfurt:

  • wurde 724 erstmals urkundlich erwähnt
  • Landeshauptstadt von Thüringen, mit 214.000 Einwohnern auch die größte Stadt
  • Sehenswürdigkeiten: Krämerbrücke und Erfurter Dom
  • Oberbürgermeister ist Andreas Bausewein (SPD)

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„Wir können im Moment nicht richtig einschätzen, wer kommt, hoffen aber auf rege Teilnahme“, sagte die stellvertretende Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Hessen-Thüringen, Renate Sternatz. Der DGB freue sich in diesem Jahr nach Programmen im Digitalen und mit Abstand, wieder auf den Straßen und Plätzen zu sein.

Auch Rechtsextreme wollen in Erfurt auf die Straße

Doch nicht nur Gewerkschaften rufen zu Aktionen auf, auch Rechtsextreme wollen demonstrieren. Mit der Partei „Neue Stärke“, die ihren Ursprung in der Stadt hat, werde Erfurt neben Zwickau und Dortmund eine von bundesweit insgesamt drei Städten sein, in denen Versammlungen der extremen Rechten angemeldet wurden, sagte der Beigeordnete für Sicherheit und Ordnung der Stadt Erfurt, Andreas Horn. Auch die rechte Partei AfD habe für ihren Autokorso 500 Fahrzeuge angemeldet.

Von den Grünen gab es im Vorfeld scharfe Kritik an der Neonazi-Demo: „Dass Rechtsextreme auch in diesem Jahr den 1. Mai für ihre menschenverachtende Ideologie missbrauchen wollen, können und werden wir nicht hinnehmen. Für uns gilt nicht nur am 1. Mai: Kein Platz für Nazis und Rassismus – nirgendwo“, sagte die Fraktionsvorsitzende Astrid Rothe-Beinlich.

Die Polizei werde in „einer ausgewogenen Anzahl“ im Einsatz sein, um einen friedlichen Verlauf von Kundgebungen, Demonstrationen und Aktionen am Tag der Arbeit zu sichern, sagte die Sprecherin. Es werde zwischen den Gegenseiten möglicherweise Schnittmengen geben, es solle aber in keinem Fall Begegnungen geben. Ob es dabei Unterstützung aus den Nachbarländern gebe, sei noch nicht klar. „Aber wir sind auch so gut aufgestellt.“

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Gegendemonstrationen in Erfurt geplant

Als Gegendemonstration gegen die rechten und rechtsextremen Veranstaltungen wurden von einigen Vereinen auch Versammlungen „gegen Nazis“ angemeldet.

„In Erfurt ist die Situation seit Jahren schon, dass wir rechte Parteien und Extremisten haben, die versuchen, den 1. Mai zu vereinnahmen“, sagt Sternatz. Die Frage, wo diese Gruppen sich versammelten und entlangzögen, sei weniger wichtig. Das habe praktisch nichts gemein, mit den Zielen und Werten, um die es eigentlich am 1. Mai geht. „Der Tag bleibt ein Tag der Gewerkschaftenׅ“. (dpa)