Erfurt: Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen „Die Partei“-Politiker! Welle der Rücktritte beginnt

Erfurt: Ein Plakat von „Die Partei“.
Erfurt: Ein Plakat von „Die Partei“.
Foto: IMAGO/Manngold

„Die Partei“ präsentiert sich als ironisch-kritische Partei und ist für humoristische Wahlwerbung bekannt. Was jetzt allerdings über einen Politiker in Erfurt heraus kam, ist alles andere als witzig.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein „Die Partei“-Politiker soll minderjährige Frauen zu Sex gedrängt und dann bei dem Akt gefilmt haben. In Erfurt treten nun reihenweise Politiker der Partei zurück.

Erfurt: Schwere Vorwürfe gegen „Die Partei“-Politiker

Dirk Waldhauer war im Bundestagswahlkampf 2017 für „Die Partei“ als Direktkandidat aus Erfurt angetreten, hatte zuletzt 2019 für den thüringischen Landtag kandidiert – jetzt wurde ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet, wie „T-Online“ berichtet.

Der 58-Jährige soll laut einem Bericht von „Ippen Investigativ“, der unter anderem in der „Frankfurter Rundschau“ erschien, minderjährige Mädchen und Frauen zum Sex gedrängt und währenddessen gefilmt haben. Die Filme seien auch ins Netz gestellt worden.

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Auf ihnen ist, laut Einschätzung mehrerer Anwälte, mindestens eine Vergewaltigung zu sehen, auch sexuelle Nötigung – zum Beispiel unter Einsatz von Geld – habe stattgefunden. Ein Opfer aus Erfurt soll gerade einmal 13 oder 14 Jahre alt gewesen sein.

Erfurt: Mehrere „Die Partei“-Politiker legen Amt nieder

Die „Thüringer Allgemeine“ hatte bereits 2017 über die kursierenden Videos von Waldhauer berichtet. Der „Die Partei“-Landesvorsitzende, der unter dem Künstlernamen Eggs Gildo auftritt, sagte damals dazu: „Ich weiß, dass unser Direktkandidat im Privaten spezielle Neigungen pflegt. Es steht mir allerdings nicht zu, diese zu bewerten, solange nichts strafrechtlich Relevantes darunter ist.“

Ähnlich drückt sich der Landesvorstand nun auch auf in Bezug auf die erneuten Vorwürfe aus und betont, Waldhauer habe nie ein offizielles Amt innerhalb der Partei bekleidet. Dennoch hat Gildo seinen Rücktritt erklärt, genauso wollen die zwei verbliebenen Vorstandsmitglieder bei kommenden Wahlen nicht mehr antreten, berichtet „T-Online“.

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Ob Waldhauer strafrechtliche Konsequenzen befürchten muss, ist noch unklar. Vergangene Ermittlungen blieben erfolglos – je nach Schwere der Vergehen könnte zudem die Verjährungsfrist bereits abgelaufen sein.

Waldhauer sagte Thüringen24, ein Verfahren sei eingestellt worden, weil die Betroffene in einem Verhör eingeräumt habe, "uns mutwillig über ihr wahres Alter getäuscht zu haben."