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Erfurt macht einen Rückzieher am Anger – „Hatten etliche Hinweise“

Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Wer die letzte Zeit nachts am Anger in Erfurt unterwegs war, dem dürfte es aufgefallen sein: Es war duster! Ein sichtbares Zeichen der Stadt, dass die Energiekrise auch an der Landeshauptstadt nicht spurlos vorbeigeht. Nach einer Bundesverordnung müssen Kommunen die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden derzeit einstellen. Ansage: Energie sparen, wo es nur irgendwie geht. Entsprechend wurde auch die Hauptpost nicht mehr beleuchtet.

Einigen Menschen in Erfurt wurde das am Anger aber ein wenig zu dunkel. Immerhin gilt der Raum als krimineller Hot-Spot in der Stadt. Auch aus diesem Grund macht die Stadtverwaltung jetzt einen Rückzieher.

Erfurt: Stadt rudert am Anger zurück

„Wir hatten etliche Hinweise aus der Bevölkerung, die den Anger vor allem im nördlichen Bereich nach der Abschaltung als zu dunkel empfanden und ihn während der Dunkelheit bewusst vermieden“, sagte Andreas Horn, Beigeordneter für Sicherheit und Umwelt, in einer Pressemitteilung vom Freitag. „Vor dem Hintergrund, dass der Anger bereits seit geraumer Zeit zu den Orten in Erfurt gehört, die eine hohe Kriminalitätsbelastung aufweisen, mussten wir hier schnell handeln“, so Horn weiter.

Licht am Anger in Erfurt
Oberbürgermeister Andreas Bausewein (links) diskutiert mit Andreas Horn, Beigeordneter für Ordnung und Sicherheit, über die Beleuchtung. Deutschland, Thüringen, Erfurt, Stadt, Licht, Strom, Energie Foto: Steve Bauerschmidt / Stadt Erfurt

Man müsse selbstverständlich Energie sparen, pflichtet auch Oberbürgermeister Andreas Bausewein bei. Das solle aber nicht zulasten der Sicherheit der Bürger geschehen.

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Erfurt nutzt eine Ausnahme in der Verordnung

Aus diesem Grund wurde die Lichtsituation auf dem Anger im Rahmen einer Ortsbegehung von den Verantwortlichen geprüft. Dabei wurde auch ein „Vorher / Nachher-Test“ gemacht. Gegen 22 Uhr wurde kurz das Licht an der Hauptpost angeschaltet. „Das Unterschied war beeindruckend“, sagte der OB.

Erfurt
Die Hauptpost auf dem Anger in Erfurt wird nachts jetzt wieder angeleuchtet. (Archivbild) Foto: IMAGO / agefotostock

Nach Angaben der Stadt lässt die Bundesverordnung auch Ausnahmen zu – etwa um die Sicherheit zu gewährleisten. Von einer solchen möchte man in Erfurt also Gebrauch machen. Die Hauptpost wird nachts jetzt wieder angeleuchtet – und das, statt bisher bis Mitternacht, die ganze Nacht lang.


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Der Kostenpunkt für die Beleuchtung: Etwa 6.000 im Jahr. Aus Sicht der Stadt sei das aber gut angelegtes Geld. Die längeren Beleuchtungszeiten gelten jetzt erst einmal über den Winter. An den beiden Laternen am Anger 1 werden zudem die Leuchtmittel ausgetauscht, damit sie wieder heller leuchten.