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Erfurt zu drastischem Schritt gezwungen – ausgerechnet hier müssen jetzt Bäume verschwinden

Die Hitze war einfach zu viel. Die Stadt Erfurt muss in einer Straße jetzt etliche Bäume entfernen, um ihnen das Leben zu retten.

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© IMAGO / snowfieldphotography / Stadt Erfurt / Montage: Thüringen24

Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Erfurt ist die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Sie ist mit 214.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. Erfurt wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Bistums im Jahr 742 erstmals urkundlich erwähnt.

Es wird nicht still um die vielleicht kontroverseste Straße in Erfurt. Ausgerechnet in der Clara müssen jetzt mehrere Bäume entfernt werden, die den Hitzestress der vorangegangenen Wochen einfach nicht gepackt haben.

Lange standen sie da nicht. Insgesamt 84 Bäume und 39 Sträucher wurden Anfang des Jahres in Kübeln in die Clara-Zetkin-Straße gestellt, um zu zeigen, wie die „Grüne Clara“ in Erfurt einmal aussehen könnte. Für einige der Bäume wurde das Projekt aber zu einem braunen Dürre-Debakel.

Erfurt: Bäume müssen verschwinden

Das Garten- und Friedhofsamt hat nach eigenen Angaben „intensiv“ gegossen. Trotzdem war es für insgesamt elf Bäume, die in Kübeln auf der Clara aufgestellt worden waren, nicht genug. Der Hitzestress war für sie zu viel, sie müssen jetzt entfernt werden.

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Eine Niederlage sieht die Stadtverwaltung darin aber nicht. „Das spiegelt den dringenden Handlungsbedarf wider, befestigte Flächen zu entsiegeln und großflächig Grün zu etablieren“, sagte die Grünflächen- und Baumplfege-Chefin der Stadt, Christina Hilbert. „So können die Flächen, die sich sehr stark erhitzen, reduziert werden.“ Für sie zeigt das Baumsterben umso mehr die Notwendigkeit für mehr Grünflächen in der Clara. So entstünden „Kühlungseffekte, die sich positiv auf das Mikroklima in der Clara-Zetkin-Straße auswirken“, erklärt Hilbert weiter.

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Elf Bäume müssen an der Clara in Erfurt entfernt werden, damit sie nicht sterben. Foto: Stadtverwaltung Erfurt

Erfurt: Bäume sollen sich wieder erholen

Besonders bitter: Die Bäume, die jetzt entfernt werden müssen, gelten größtenteils als ziemlich zäh. Es waren Arten wie Hainbuche, Ungarische Eiche oder Resista-Ulme. Alles sogenannte „Zukunfstbäume“, die mit dem Klima in der Stadt meistens viel besser klar kommen. „Dass selbst diese Arten an innerstädtischen Extremstandorten mit Problemen kämpfen, zeigt drastisch, wie schwierig es ist, Stadtbäume zu etablieren und gesund zu halten“, so Hilbert.


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Jetzt werden die Kübel der Bäume geleert und anschließend mit Sträuchern, Stauden und Gräsern bepflanzt. Die Bäume selbst sollen aber nicht vernichtet werden. Die Stadt hofft, dass sie sich in der Gärtnerei Marbach wieder erholen können. Dort sollen sie jetzt mit „intensiver Pflege“ wieder aufgepäppelt werden.