Veröffentlicht inErfurt

Erfurt: Markus ist schwer krank – für seine große Leidenschaft hat er nur einen Wunsch

Markus aus Erfurt hat eine schwere Krankheit, die ihn blind machte. Das Laufen ist seine Leidenschaft, und dafür hat er noch einen Wunsch.

© Privat

Das muss ein Blindenhund alles können

Der Erfurter Markus hat eine schwere Erbkrankheit, die ihn blind machte. Sein großes Hobby Sport kann er nun nicht mehr richtig ausführen.

Er braucht dringend die Unterstützung von Lauf-Guides, die mit ihm zusammen die Jogging-Strecken der Stadt unsicher machen. Aber solche zu finden ist gar nicht so einfach. Erst recht nicht in Thüringen.

Erfurt: Das ist Markus Geschichte

Der Erfurter Markus war eine richtige Sportskanone. Er ging drei bis viermal die Woche ins Fitness-Studio und einmal die Woche schwimmen. Doch dann der Schock. Markus Krankheit verschlechterte sich drastisch. Er hat Retinitis Pigmentosa, eine unheilbare Erbkrankheit der Netzhaut. Vor etwa zwei Jahren erblindete Markus dann völlig. Mittlerweile kann er nur noch hell und dunkel unterscheiden – die Krankheit hat das Endstadium erreicht.

+++ Bei einem Thüringer Unternehmen bröckelt es gewaltig! Etlichen Mitarbeitern droht Kurzarbeit +++

Letztes Jahr im April (2023) fiel Markus dann in ein tiefes Loch der Depression. Doch er ließ sich nicht unterkriegen. Markus begann nach Möglichkeiten zu suchen, sich aus diesem Loch wieder heraus zu kämpfen. Und das durch den Sport. Er machte sich schlau über die Sport-Angebote für Blinde in Erfurt. Dabei stieß er auf das Guide-Netzwerk-Deutschland und entdeckte Joggen für sich.

erfurt
Der Erfurter Markus sucht dringen Lauf-Guides für sein Hobby. Foto: Privat

Markus sucht Lauf-Guides

„Ich habe Laufen früher gehasst. Immer wenn ich jemanden gesehen habe, der joggte, habe ich mir gedacht, was macht der für einen Blödsinn“, gibt der Erfurter im Thüringen24-Interview zu. Doch Juliana Löffler, eine Lauftrainerin für Blinde, überzeugte Markus, an einer Schulung in Erfurt teilzunehmen. Er schaute sich das Ganze mal an und gab dem Laufen mit Guide eine Chance. „Dann war ich so begeistert davon, dass ich mich im April 2023 dazu entschlossen habe, regelmäßig mit einem Guide zu laufen“, erzählt er.


Mehr News:


Markus erklärt zudem, dass der Guide quasi die Augen des Blinden sind, wenn sie zusammen joggen. Er gibt Kommandos und leitet an. Das sei mit viel Vertrauen verbunden, denn die Blinden müssen sich voll und ganz auf ihren Guide verlassen können. Ganz wichtig dabei: man muss sich auch verstehen. „Wenn die Chemie nicht stimmt, kann man auch nicht zusammen laufen“, sagt Markus. Theoretisch kann jeder ein Guide werden, der gerne läuft. Das Guide-Netzwerk-Deutschland bietet sogar Schulungen an. In Erfurt sind insgesamt sieben Guides registriert, doch nur zwei laufen auch wirklich mit Markus. Deshalb sucht er nach noch mehr Guides, damit er sich öfter als nur ein, maximal zweimal die Woche in seine Laufschuhe schmeißen kann. Mehr Informationen zum Guide-Netzwerk findest du HIER.