Rechtsrock in Themar: Neonazi-Festival beendet - Polizei zieht erste Bilanz

Polizeibeamte führen einen Teilnehmer des Festivals ·Tage der nationalen Bewegung· in Themar vom Festivalgelände. Das zweitägige Festival versammelt Rechte aus ganz Europa. Unter dem Motto «Tage der Weltoffenheit» sind mehrere Veranstaltungen und Gegendemos geplant.
Polizeibeamte führen einen Teilnehmer des Festivals ·Tage der nationalen Bewegung· in Themar vom Festivalgelände. Das zweitägige Festival versammelt Rechte aus ganz Europa. Unter dem Motto «Tage der Weltoffenheit» sind mehrere Veranstaltungen und Gegendemos geplant.
Foto: FrM/dpa
  • Neonazis verschiedener Länder nach Themar gereist
  • Über 2200 Besucher beim Rechtsrock-Festival in Hildburghausen
  • Polizei erstattet 84 Anzeigen in Themar

Während des Rechtsrock-Festivals im südthüringischen Themar hat die Polizei 84 Anzeigen aufgenommen und drei Menschen in Gewahrsam genommen. Zeitweise seien bis zu 2243 Konzertbesucher aus dem rechten und rechtsextremistischen Spektrum auf dem Veranstaltungsgelände gewesen, teilte die Polizei in einer ersten Bilanz am Sonntag mit. Die Rechten seien aus Deutschland und Ländern wie Frankreich, Italien, Kroatien, Norwegen und Russland angereist.

Bilder von Protest und Rechtsrock-Festival in Themar

Polizei erstattet Anzeigen wegen Hitlergrüßen und Volksverhetzung

Drei Besucher wurden des Platzes verwiesen. Die meisten Strafverfahren liefen laut Polizei wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen - darunter fällt zum Beispiel auch das Zeigen des Hitlergrußes. In zwei Fällen wurde Strafanzeige wegen Volksverhetzung erstattet. Auch Drogendelikte wurden registriert. Gegenüber Thüringen24 äußerte der Pressesprecher der Landeseinsatzzentrale am Samstagabend, dass sich die Vorfälle durchaus im Rahmen hielten.

Mutmaßlich Rechter attackiert Journalisten

Bereits am Freitag, dem ersten Konzerttag des zweitägigen Festivals, hatte ein 33-Jähriger Teilnehmer der Versammlung "Tage der nationalen Bewegung" einem 27 Jahre alten Journalisten unvermittelt ins Gesicht geschlagen, wie die Polizei mitteilte. Das Motiv für die Tat ist noch unbekannt.

Proteste gegen Rechtsrock weitgehend störungsfrei

An den Gegendemonstrationen nahmen laut Polizei zeitweise rund 300 Menschen teil. Das Friedensgebet mit anschließendem Pilgermarsch sowie der Protest gegen das Rechtsrock-Festival seien störungsfrei verlaufen, hieß es in einer Mitteilung. Jedoch sei ein polizeiliches Einschreiten der Beamten gegen einen der Demonstrations-Teilnehmer notwendig gewesen. Die Gründe waren zunächst unklar.