Rätsel um mysteriösen Strandkorb gelöst – Spur führt nach Thüringen

Model Edyta steht am Strand vor der Seebrücke von Ahlbeck an einem historischen faltbaren Strandkorb. Das Rätseln um den faltbaren DDR-Strandkorb hat ein Ende: Er stammte aus einem Handwerksbetrieb in Schmalkalden in Thüringen.
Model Edyta steht am Strand vor der Seebrücke von Ahlbeck an einem historischen faltbaren Strandkorb. Das Rätseln um den faltbaren DDR-Strandkorb hat ein Ende: Er stammte aus einem Handwerksbetrieb in Schmalkalden in Thüringen.
Foto: Stefan Sauer/zb/dpa
  • Der faltbare Strandkorb ist ein echtes DDR-Produkt aus Thüringen.
  • Erfunden hat ihn ein Rodelschlittenhersteller.
  • Das Motiv: Resteverwertung.

Ahlbeck/Schmalkalden. Das Rätsel um einen mysteriösen und faltbaren DDR-Strandkorb ist gelöst: Der „Strandkorb light“, der letztens auf der Insel Usedom aufgetaucht war, stammt aus Thüringen!

Genauer gesagt aus Schmalkalden, wo der Strandkorb vor rund 50 Jahren produziert wurde. Erfinder des tragbaren Strandmöbels war der Tischler Walter Weyrauch, wie dessen Sohn Ralf Weyrauch jetzt verraten hat.

Strandkorb wurde bis 1973 in Thüringen produziert

Die Idee dazu sei seinem Vater gekommen, nachdem Anfang der Sechziger die Produktion von Kufen für Rodelschlitten auf Schichtpressstoff umgestellt wurde. „Er hat versucht, aus den Reststücken etwas zu machen“, sagte Weyrauch. Demnach wurden die Strandkörbe von 1965 bis etwa 1973 hergestellt.

Der „Südthüringer Zeitung“ zufolge wurde der Strandkorb „Duett“ für 250 DDR-Mark in den Versandhauskatalogen Leipzig und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) angeboten.

Der in einem Sack aus Zeltleinwand verpackte Strandkorb war einem Paar aus Parkentin bei Rostock bei einer Haushaltsauflösung in die Hände gefallen. Sie brachten ihren Fund zum Strandkorbhersteller Korbwerk.

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Die Veröffentlichung von Fotos brachte nun die Auflösung des Rätsels. (dpa/ck)