Thüringen: Hacker-Angriff legt Schulcloud lahm – aus diesem Land kam die folgenschwere Attacke

Schüler in Thüringen sind derzeit im Home-Schooling. Doch am Montag gab es ein großes Problem... (Symbolbild)
Schüler in Thüringen sind derzeit im Home-Schooling. Doch am Montag gab es ein großes Problem... (Symbolbild)
Foto: IMAGO / HMB-Media

Erfurt. Die Thüringer Schulcloud ist Ziel eines Hacker-Angriffs geworden. Mit den schlimmen Folgen, dass rund 200.000 Schüler am Montagmorgen nicht darauf zugreifen konnten.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter ist außer sich und sprach von einem „kriminellen Akt, der sich gegen Kinder und Jugendliche und gegen die Bildung richtet“.

Thüringen: Hacker legen Schulcloud lahm

Am Montagmorgen wollten die Schüler in Thüringen, die wegen des Corona-Lockdowns im „Home-Schooling“ unterrichtet werden, auf die Schulcloud zugreifen.

Auf der Schulcloud finden die Schüler Lern-Materialien und erhalten Feedback von ihren Lehrern. Eigentlich... Doch der Zugang gelang entweder überhaupt nicht oder dauerte extrem lange.

Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) bestätigte am Montagabend, dass es sich bei dem Ausfall um eine gezielte Cyber-Attacke gehandelt habe.

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„Der Angriff erfolgte ab ca. 8 Uhr von mehreren Bot-Netzen, die laut Protokoll auf Serverstandorte in Singapur zurückzuführen sind“, berichtet das ThILLM. „Diese automatisiert in sehr kurzer Zeit erzeugten Anfragen wirkten auf das System, als würde ein Vielfaches der normalen Nutzerzahl gleichzeitig zugreifen.“

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Bildungsminister Holter: „Frust und Wut“

Der Angriff richte sich nach ersten Erkenntnissen des Instituts nur auf Thüringen. Ein bewusster Zusammenhang der Attacke zum Wiederbeginn des Distanzunterrichts nach den Ferien könne daher nicht ausgeschlossen werden. Das ThILLM wird wegen des Angriffs Anzeige erstatten.

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Bildungsminister Helmut Holter (Linke) ist außer sich: „Diese Attacke galt offenbar dem Thüringer Schulwesen insgesamt. Sie hat bewusst zur Lahmlegung der Schulcloud zu einem symbolträchtigen Zeitpunkt geführt. Das hat viele Menschen getroffen, Frust und Wut ausgelöst, wofür ich volles Verständnis habe. Solche Angriffe sind keine Kavaliersdelikte. Hier wird in einer angespannten Zeit nicht nur mit Gefühlen gespielt, sondern mit Bildungschancen in einer pandemischen Notsituation. Ich werte diesen Angriff daher als einen kriminellen Akt, der sich gegen Kinder und Jugendliche, gegen die Bildung richtet“. (fno)