Thüringen: Jäger erschoss Jäger – Witwe verzweifelt: „Ich kann nie damit abschließen“

Zweieinhalb Jahre ist es her, da erschoss ein Jäger in Thüringen einen anderen Jäger. Zurück bleibt eine frustrierte Witwe. (Symbolbild)
Zweieinhalb Jahre ist es her, da erschoss ein Jäger in Thüringen einen anderen Jäger. Zurück bleibt eine frustrierte Witwe. (Symbolbild)
Foto: imago/Daniel Schäfer

Gera. Es ist fast zweieinhalb Jahre her, da verlor Sybille Wagner aus Thüringen ihren Mann. Getötet durch die Kugel eines Jägers...

Ihr Mann Heiko war ebenfalls auf Erntejagd, als ihn der tödliche Schuss traf. Bis heute weiß die Witwe (56) nicht, wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte, klagt sie gegenüber der „Bild“.

Thüringen: Jäger erschießt Jäger – Witwe verzweifelt an Justiz

Am 18. Juli 2019 war Heiko mit weiteren Jägern in Unterwellenborn-Birkigt (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) auf der Pirsch. Sie erwarteten Wildschweine, die aus einem Feld getrieben wurden, am Feldrand.

Der Todesschütze wollte ebenfalls auf ein Wildschwein schießen, traf aber den 56 Jahre alten Jäger. Er sagte später, dass er vor einem Hügel gelauert habe und den anderen Jäger daher nicht gesehen habe.

Für die hinterbliebene Sybille Wagner ist der Verlust ihres Mannes schwer genug. Sie wartete zweieinhalb Jahre auf einen Prozess, nur um durch Zufall zu erfahren, dass das Verfahren eingestellt worden war.

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„Ich kann nie damit abschließen“

Der „Bild“ sagt sie: „Die Polizei rief an, fragte, was nun mit Heikos Waffen passieren soll, jetzt, wo das Verfahren eingestellt wurde.“

Der Todesschütze hatte zu diesem Zeitpunkt längst eine Mitschuld eingestanden und eine Geldauflage von 6300 Euro gezahlt. Für die Witwe unvorstellbar: „Jetzt wird der Tod meines Mannes nicht gesühnt. Ich kann nie damit abschließen.“ Eine Entschuldigung habe sie nie erhalten.

Witwe hätte vor Gericht angehört werden müssen

Die Staatsanwalt Gera verweist darauf, dass auch die Nebenklägerin hätte angehört werden müssen. Warum das nicht geschehen ist, weiß das Amtsgericht Rudolstadt nicht.

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Sybille Wagner gibt sich kämpferisch, strebt eine Zivilklage an. „Ich weiß, dass es ein Unfall, keine Absicht war. Trotzdem wünsche ich mir für meinen Mann, dass der Fall vernünftig aufgeklärt wird“, erzählt sie der „Bild“. (mb)