Thüringer Polizei in Kassel: Nach massiver Kritik an Einsatz auf Corona-Demo – jetzt gibt es Konsequenzen

Das harte Vorgehen einiger Thüringer Polizisten bei der Corona-Demo in Kassel könnte ein Nachspiel haben.
Das harte Vorgehen einiger Thüringer Polizisten bei der Corona-Demo in Kassel könnte ein Nachspiel haben.
Foto: IMAGO / xcitepress

Kassel. Die Polizeikräfte aus Thüringen haben bei der Corona-Demo in Kassel stellenweise keinen guten Eindruck hinterlassen. Im Netz waren Bilder und Videos aufgetaucht, wie die Beamten äußerst brutal gegen Gegendemonstranten vorgehen.

Eine Aufnahme zeigte etwa, wie ein Thüringer Polizist den Kopf einer Fahrradfahrerin gewaltsam in Richtung Lenker drückt.

Polizisten aus Thüringen im Fokus – Maier: „Wir sind da voll transparent“

Die Thüringer Polizei will dazu beitragen, den umstrittenen Einsatz von Thüringer Polizisten bei Protesten gegen Corona-Beschränkungen in Kassel aufzuklären.

„Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Fehlerkultur in der Thüringer Polizei vollumfänglich funktioniert“, sagte Innenminister Georg Maier (SPD) am Mittwoch. Die Thüringer Polizei habe alle Videos und auch eigenes Material der Staatsanwaltschaft in Kassel zur Verfügung gestellt. Damit solle geprüft werden können, ob eine Straftat vorliege. „Wir sind da voll transparent“, sagte Maier.

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Zwei Thüringer Beamte vorerst versetzt

Der sagte Thüringens Innenminister, dass zwei Beamte vorübergehend aus der geschlossenen Einheit herausgenommen werden. Sie sollen vorerst anderweitig eingesetzt werden, bis der Sachverhalt geklärt ist.

Weiter stellt er klar: „Es handelt sich dabei nicht um eine disziplinarische Maßnahme.“ Die Polizisten sollen aus der Schusslinie genommen werden.

Um dieses Szenen geht es

Dabei gehe es um die Szene, bei der die Radfahrerin in Richtung Lenker gedrückt worden sei und eine weitere Szene mit einem Thüringer Polizisten und dessen Verhalten gegenüber einem Gegendemonstranten mit Rad.

Maier betonte zugleich, dass die eingesetzten Polizisten in einer sehr schwierigen Situation gewesen seien. „Man war im Endeffekt nicht in der Lage, diesen Demonstrationszug, obwohl er verboten war, aufzuhalten“, sagte Maier. Es habe zu wenig Einsatzkräfte gegeben.

„Die Polizisten waren auf verlorenem Posten“

Gleichzeitig hätten die Polizisten auch die Gegendemonstranten nicht schützen können, die sich mit Fahrrädern den Gegnern der Corona-Politik in den Weg gestellt hatten. „Die Polizisten waren auf verlorenem Posten.“ Maier sprach von einem Dilemma.

Man habe die Entscheidung treffen müssen, die Straße frei zu machen – „auch – leider – unter Anwendung von Zwang, weil die Radfahrer natürlich nicht von sich aus gegangen sind“, wie Maier sagte. Zuvor sei es aber auch zu einem „sehr robusten Einsatz“ gegen „Querdenker“ gekommen, stellte Maier klar. (dpa/mb)