Unwetter in Thüringen: Expertin mit drastischer Prognose – „Darauf müssen wir vorbereitet sein“

So verhältst du dich richtig bei einem Unwetter

So verhältst du dich richtig bei einem Unwetter

Egal ob Sturm, Starkregen oder Gewitter: Extremwetter kann lebensgefährlich sein. Deshalb solltest du einige Tipps beachten.

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Die letzten Sommer sind viel zu trocken gewesen, der Sommer 2021 ist dagegen extrem nass. Unwetter haben auch in Thüringen für viel Schaden gesorgt. (>>> hier geht es zur aktuellen Wetterlage in Thüringen)

Nun hat die Umweltministerin von Thüringen, Anja Siegesmund (Grüne) angekündigt, dass der Freistaat in Zukunft sich besser auf solche Unwetter in Thüringen, aber auch Dürreperioden vorbereiten müsse.

Thüringen will sich besser auf zukünftige Unwetter vorbereiten

Mit Klimaanalysen, Geld für sogenannte Wasserwehrdienste und Stresstests für die Wasserversorgung will die Thüringer Landesregierung das Land auf Extremwetterereignisse vorbereiten. Diese nehmen zu - „Hochwasser und Starkregen ebenso wie Dürre und Trockenheit“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) in Erfurt. „Darauf wollen und müssen wir durch vorsorgende Klimaanpassung vorbereitet sein.“ Das Kabinett beschloss dazu mehrere Strategiepunkte.

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In den vergangenen Jahren war es in Thüringen immer wieder zu lang anhaltender Trockenheit und im Sommer sehr hohen Temperaturen gekommen. In diesem Jahr wiederum machte Starkregen einzelnen Regionen zu schaffen, bei denen teils Keller, Hausflure und Höfe überschwemmt wurden. Besonders betroffen war der kleine Ort Mosbach im Wartburgkreis. „Wir tun gut daran, uns besser zu wappnen - sowohl für Niedrigwasser als auch für Starkregen-Situationen“, betonte Siegesmund.

Wasserwehrdienste sollen Überflutungen in den Griff bekommen

Zur Vorsorgestrategie der Landesregierung gehört unter anderem eine Förderung von „Wasserwehrdiensten“. Bis zu 50.000 Euro können solche Wehren für die Erstausstattung etwa mit Pumpen vom Land bekommen. Siegesmund sagte, dass es um die Bewältigung großer Wassermengen gehe - etwa nach Starkregen.

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So entsteht eine Wettervorhersage

  • Rund 10.000 Bodenstationen, 7.000 Schiffe, 600 Ozean-Bojen, 500 Wetterradarstationen und etwa 3.000 Flugzeuge sorgen weltweit dafür, dass stündlich Wetterdaten erfasst werden.
  • Wettersatelliten bieten eine Überwachung aus dem All.
  • Meteorologen können so das Geschehen rund um die Erde beobachten.
  • Gemessen werden Parameter wie Lufttemperatur und -druck, Windrichtung und -geschwindigkeit oder Wolkenhöhe.
  • So sammeln sich pro Stunde etwa 25.000 Meldungen an.
  • Diese werden ausgewertet und übermittelt - so bleiben Wetterprognosen auf dem aktuellen Stand.

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Außerdem fördert das Land Klimaanalysen und Konzepte zur Klimafolgenanpassung. Auch Entsiegelungen, die Herstellung von Anlagen zur Aufnahme von Starkregen und Wasserentnahme sowie Hangbepflanzung zur Stabilisierung können gefördert werden.

Wasserversorgung in Dürreperioden muss gewährleistet sein

Mit Blick auf Dürreperioden will die Landesregierung die Wasserversorgung einem Stresstest unterziehen. „Thüringen ist erstmal wasserreich, das ist die gute Nachricht“, sagte Siegesmund. Doch die Thüringer Klimaagentur gehe davon aus, dass spätestens 2050 rund 40 Prozent der aktuell zur Verfügung stehenden Wassermengen dann nicht mehr vorhanden sind.

„Wir wollen unsere natürlichen Wasserressourcen besser schützen und mehr Wasser zurückhalten“, erläuterte die Ministerin.

Frühwarnsystem soll weiterentwickelt werden

Unter anderem soll nach dem Willen der Landesregierung das Niedrigwasser-Portal als Frühwarnsystem weiterentwickelt sowie die Steuerung der Talsperren überprüft und möglicherweise angepasst werden.

Zunächst muss sich Thüringen aber keine Gedanken um zu wenig Wasser machen. Denn der Regen hält die nächsten Tage erstmal weiter an. (fb/dpa)