Thüringen: Ungewöhnliche Aktion! Tempo-Sünder ernten bei „Mini-Polizisten“ Saures

Thüringen: „Mini-Polizisten“ nahmen sich Tempo-Sünder vor und verteilten Saures.
Thüringen: „Mini-Polizisten“ nahmen sich Tempo-Sünder vor und verteilten Saures.
Foto: Thüringer Polizei / Landespolizeiinspektion Saalfeld

Uhlstädt. In Uhlstädt (Thüringen) hat es am Mittwoch eine ungewöhnliche Aktion gegeben: „Mini-Polizisten“ übernahmen die Verkehrskontrolle und teilten gegen Temposünder aus. Dabei erhielten die Autofahrer – je nach Sachlage – Süßes oder Saures.

Was steckte hinter der ungewöhnlichen Polizei-Aktion in Thüringen?

Thüringen: „Mini-Polizisten“ bestrafen Tempo-Sünder

Autofahrer in Uhlstädt dürften am Mittwochmorgen nicht schlecht gestaunt haben. Denn gleich 51 Viertklässler der Grundschule Heinrich-Heine maßen mit einer Laserpistole die Geschwindigkeit ankommender Fahrzeuge. Dabei hatten sie Unterstützung von Polizeihauptmeisterin Cordelia Prillwitz und Polizeiobermeisterin Frances Lorenz, wie die Polizei mitteilte.

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Das ist das Bundesland Thüringen:

  • der Freistaat Thüringen hat rund 2,1 Millionen Einwohner auf 16.000 Quadratkilometer Fläche
  • Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt
  • weist eine hohe Dichte an wichtigen Kulturstätten auf, darunter das „Klassische Weimar“ (Unesco-Weltkulturerbe), das Bauhaus in Weimar und die Wartburg bei Eisenach
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Linke), regierende Parteien sind Linke, SPD, Grüne

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Die Schüler fragten die Autofahrer anschließend, ob sie wissen, wie schnell sie unterwegs waren. Für diejenigen, die sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 km/h gehalten hatten, gab es Süßes – für die Temposünder hingegen Saures, nämlich eine saure Gurke.

„Auf ein Verwarngeld wurde an dem Tag verzichtet, da der Biss in das saure Gemüse bereits eine ordentliche Lehre gewesen sein dürfte“, heißt es in der Pressemeldung. Schließlich sollten die Autofahrer durch die Aktion auf den Wiederbeginn der Schule nach den Sommerferien aufmerksam gemacht werden.

Thüringen: Aktion hat ernsthaften Grund

Bei den Autofahrern kam die Aktion gut an. Ein Temposünder steckte den Schülern sogar 20 Euro für die Klassenkasse zu. Darüber freuten sich die Kinder besonders – ebenso wie über den Blick durch die Laserpistole.

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Hinter der Aktion der „Mini-Polizisten“ steckte allerdings ein ernsthafter Grund. Denn was überhöhte Geschwindigkeit zur Folge haben kann, zeigt der Vorfall der Elfjährigen „Mini-Polizistin“ Lea Sophie. Mit Sieben Jahren war sie gerade auf dem Weg zur Schule, als sie nur wenige Meter von der Messstelle entfernt von einem Auto angefahren und schwer verletzt wurde.

Die Aktion in Thüringen zeigte, dass viele Autofahrer tatsächlich zu schnell unterwegs gewesen waren. Von den insgesamt 69 gemessenen Fahrzeuge gab es 42 Geschwindigkeitsverstöße im Verwarngeldbereich. Drei Fahrer waren sogar mit 16 km/h zu schnell unterwegs. (nk)