Bundestagswahl: Hans-Georg Maaßen ist total enttäuscht – „schwere Niederlage“ ++ Justizminister gibt CDU Mitschuld an AfD-Abschneiden

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Nicht nur zur Bundestagswahl am 26. September wird es spannend. Auch nach der Wahl wird es viele offene Fragen geben. Denn: es geht für die Parteien in die Koalitionsverhandlungen. Wer regiert mit wem? Welche Bündnisse wird es geben? Jamaika, Ampel oder Kenia? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Wir erklären es dir.

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Suhl. Das Ergebnis der Bundestagswahl in Süd-Thüringen ist da. Frank Ullrich (SPD) konnte das Direktmandat für den Wahlkreis 196 deutlich für sich entscheiden. Nach der Auszählung aller Stimmen lag er über 10 Prozentpunkte vor seinem kontroversen Gegner Hans-Georg Maaßen (CDU). Maaßen zeigt sich enttäuscht.

Ergebnisse der Bundestagswahl in Süd-Thüringen (Stand: Montag, 6.29 Uhr – 418 von 418 Bezirken ausgezählt):

Erststimmen Ergebnis der Bundestagswahl in Süd-Thüringen:

  • Hans-Georg Maaßen (CDU): 22,3%
  • Frank Ullrich (SPD): 33,6%
  • Jürgen Treutler (AfD): 21,2%
  • Sandro Witt (Die Linke): 8,4%
  • Gerald Ullrich (FDP): 6,3%
  • Stephanie Erben (Grüne): 2,1%
  • Detlef Pappe (Freie Wähler): 2,9%
  • Christian Fichtner (Die Partei): 1,3%
  • Stefan Schellenberg (ÖDP): 0,5%
  • Christian Horn (Piraten): 0,8%
  • Andreas Eifler (MLPD): 0,3%
  • Marko Bieling (Einzel): 0,2%

Zweistimmen Ergebnis der Bundestagswahl in Süd-Thüringen:

  • CDU: 16,5%
  • SPD: 25,1%
  • AfD: 26,4%
  • Linke: 10,9%
  • Grüne: 4,3%
  • FDP: 8,3%

Wahlbeteiligung 74,4%

News-Blog zur Bundestagswahl 2021

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Montag, 27. September 2021

06.29 Uhr: Hans-Georg Maaßen ist total enttäuscht – Justizminister gibt CDU Mitschuld

Hans-Georg Maaßen (CDU) ist sichtlich enttäuscht über sein Abschneiden bei der Bundestagswahl. Im neuen Bundestag wird er nicht den Wahlkreis 196 vertreten. Das macht zukünftig Frank Ullrich (SPD).

„Ich gratuliere Frank Ullrich. Es ist eine schwere Niederlage, dass ich es nicht geschafft habe, den Wahlkreis zu gewinnen“, so Maaßen in einem Interview mit dem MDR. Er will aber der CDU in Thüringen treu bleiben. Was er damit genau meint, ließ er offen.

Thüringens SPD-Chef Maier sagte, mit Maaßens Scheitern sei auch die CDU damit gescheitert, sich an die AfD anzunähern. „Diese Strategie der CDU hat vollkommen Schiffbruch erlitten“, so Maier.

Justizminister Dirk Adams (Grüne) machte die CDU für das starke Abschneiden der AfD im Freistaat mitverantwortlich. Indem sie Direktkandidaten wie Maaßen aufgestellt habe, habe die CDU Positionen der AfD weiter salonfähig gemacht, sagte Adams. „Damit machen sie die AfD stark.“

Frank Ullrich indes ist sprachlos über seinen Sieg. Er sagte am Abend: „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Ich hätte gedacht, dass es eine viel knappere Kiste wird.“

00.08 Uhr: Alle Stimmen gezählt! Ullrich gewinnt deutlich vor Maaßen – AfD stärkste politische Kraft

Am Ende war das Rennen zwischen Frank Ullrich (SPD) und Hans-Georg Maaßen lange nicht so eng, wie viele befürchtet hatten. Gewonnen hat der Mann, der Süd-Thüringen seine Heimat nennt. Der ehemalige Biathlon-Nationaltrainer Frank Ullrich (SPD).

Lange Zeit sah es sogar so aus, als würde Maaßen hinter dem Kandidaten der AfD, Jürgen Treutler, abschneiden. Kurz vor Schluss konnte er sich Maaßen aber noch knapp am AfD-Mann vorbeidrücken.

Der CDU-Kreisverband in Suhl hat sich etwas gewagt. Sie haben einen rechtsausleger der CDU zu ihrem Direktkandidaten gewählt. Der Rheinländer Maaßen hatte zwar wenig Verbindung zu den Regionen im Süden Thüringens. Er stand aber für eine CDU, die es sich wieder traut ihre konservativen Wurzeln wieder weiter rechts auf dem politischen Spektrum zu suchen – und damit vielleicht etwas Land zurückzugewinnen, dass die AfD in den letzten Wahlen mehr und mehr für sich abgesteckt hat.

Das Experiment ist missglückt. Die AfD in Thüringen hat eine historische Wahlnacht hinter sich. Auch in Süd-Thüringen konnten sie mehr als 25 Prozent der Zweitstimmen holen.

Bleibt die Frage, wie dieses Ergebnis zu deuten ist. Für viele war die Wahl im Kreis 196 gleichzusetzen mit einer Schicksalswahl. Die Interpretationen jedenfalls können losgehen.

Auch den Thüringer Ministerpräsidenten freut das Ergebnis.

Sonntag, 26. September 2021

22.33 Uhr: Maaßen gratuliert SPD-Konkurrent Ullrich

Auch Hans-Georg Maaßen (CDU) hat seine Niederlage mittlerweile eingesehen. In einer Pressekonferenz hat er Frank Ullrich (SPD) zu seinem Sieg im Wahlkreis 196 gratuliert. „Es ist eine schwere Niederlage für uns“, sagte Maaßen.

„Wir haben die Wähler nicht davon überzeugen können, dass die CDU die richtige Alternative ist.“ Stattdessen hätten sehr viele Wähler im Wahlkreis der AfD lieber ihre Stimme gegeben so Maaßen weiter.

22.01 Uhr: AfD-Co-Chef Möller mit Ansage an seine Partei

Nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl in Thüringen hat AfD-Co-Landeschef Stefan Möller mehr Programmtreue von den westdeutschen AfD-Verbänden gefordert. Die Landesverbände im Westen Deutschlands dürften sich nicht an Wählerschichten „anbiedern“, die seine Partei nicht wirklich vertrete, sagte Möller am Sonntag in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur. „Stattdessen wäre es gut, wenn man vom Osten lernt.“

Die AfD lag bei der Bundestagswahl in Thüringen nach Auszählung von 2907 von insgesamt 2972 Wahlbezirken knapp vor der SPD auf Rang eins in dem Bundesland. Sie kommt bei diesem Auszählungsstand auf 24,2 Prozent, die Sozialdemokraten auf 23,4 Prozent. Bundesweit dagegen muss die AfD nach den Hochrechnungen mit leichten Verlusten gegenüber der Bundestagswahl 2017 rechnen.

Möller sagte, ein zentraler Grund für das starke Abschneiden der AfD in Thüringen sei, dass man „kompromisslos für die eigene Linie“ eintrete und dabei Politik etwa für Familien, Handwerker und Polizisten mache. „Wir sprechen Dinge an, für die wir von den anderen verdroschen werden“, sagte Möller.

Auch die Beobachtung des Thüringer AfD-Landesverbandes durch den Thüringer Verfassungsschutz sei eine direkte Folge davon. „Aber das wird von den Leuten honoriert.“ Der Landesverfassungsschutz stufte die Thüringer AfD in diesem Jahr als gesichert extremistische Bestrebung ein.

21.19 Uhr: SPD lässt die Sektkorken knallen

Noch werden einige Bezirke ausgezählt – die SPD Thüringen feiert trotzdem schon mal ihren Direktkandidaten Frank Ullrich. Der Vorsprung sei nicht mehr einholbar.

21.12 Uhr: CDU-Hirte bewertet das bundesweite Ergebnis

Wenn's im Bundesland nicht läuft, schaut man eben auf ganz Deutschland. Das wird sich CDU-Thüringen-Chef Christian Hirte gedacht haben. Im MDR-Fernsehen hat er das Wahlergebnis bewertet.

20.47 Uhr: CDU befürchtet historisch schlechtes Ergebnis in Thüringen: „Extrem bitter“

Der CDU droht nach Meinung von Landeschef Christian Hirte ein „historisch schlechtes Ergebnis“ bei der Bundestagswahl in Thüringen. Nach Auszählung von 2116 von 2972 Wahlbezirken lag die CDU bei 17,2 Prozent. Vor vier Jahren hatte sie noch 28,8 Prozent erzielt und alle acht Wahlkreise in Thüringen mit ihren Direktkandidaten gewonnen.

„Das ist extrem bitter und schmerzhaft“, sagte Hirte der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Die CDU sei abgestraft worden vor allem für die Bundespolitik - für inhaltliche und personelle Entscheidungen. Immerhin habe der Bundesvorsitzende Armin Laschet auf Bundesebene mit einem Endspurt noch dafür gesorgt, dass die CDU besser abgeschnitten habe als zuvor prognostiziert, so der Thüringer Landesvorsitzende.

20.41 Uhr: AfD könnte zum ersten Mal stärkste politische Kraft in Thüringen werden

Die AfD könnte bei der Bundestagswahl in Thüringen erstmals stärkste Partei werden. Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Wahlbezirke lag die Partei, die in Thüringen wegen rechtsextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet wird, bei 27,4 Prozent. Die CDU, die aus der Bundestagswahl 2017 als stärkste Partei hervorgegangen war, kam bei dem Zwischenstand auf 17,4 Prozent und Rang drei. Die SPD konnt sich danach deutlich verbessern und landete bei 22,0 Prozent.

Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme nach Auszählung von 1774 von insgesamt 2972 Stimmbezirken.

Im Vergleich zu vor vier Jahren musste auch die Linke, die in Thüringen mit Bodo Ramelow den Ministerpräsidenten stellt, Einbußen hinnehmen. Bei dem Zwischenstand kam sie auf 10,3 Prozent. Für die FDP wurden 9,1 Prozent ausgewiesen, für die Grünen 5,3 Prozent.

20.13 Uhr: Tendenz spricht deutlich für SPD-Ullrich

Mehr als drei-viertel der Wahlbezirke sind gezählt. Es sieht nach einer Wahlniederlage des ehemaligen Verfassungsschutzschefs Hans-Georg Maaßen aus. Gegen den ehemaligen Olympiasieger und SPD-Kandidaten Frank Ullrich zieht er wohl den Kürzeren.

Er steht gerade mit 22,7 Prozent der Stimmen nur auf Platz drei. Jürgen Treutler von der AfD steht bei 23,0 Prozent, Ullrich bei 32,2.

In der Zweitstimme räumt die AfD ab. Hier stehen die blauen bei 28,3 Prozent auf Platz 1.

19.31 Uhr: Mehr als die Hälfte der Wahllokale ausgezählt – heftige Klatsche gegen die CDU

Mehr als die Hälfte der Bezirke sind ausgewertet – und es sieht nach einem rabenschwarzen Tag für die CDU in Süd-Thüringen aus. In der Zweitstimme sind sie mit 16,9 Prozent der Stimmen gerade ziemlich abgeschlagen auf Platz 3.

Es scheint als würde das Kalkül mit einem rechtsausleger der CDU – Hans-Georg Maaßen – die AfD-Wähler zurück zu holen, nicht aufgehen. Er verbucht gerade 23,3 Prozent der Stimmen – und auch ER ist nur an dritter Stelle in der Erststimme hinter den Kandidaten von AfD und SPD.

19.00 Uhr: Maaßen abgeschlagen – ER ist nach bisherigen Ergebnissen vorne

Wer es nicht glauben wollte, jetzt ist es wohl kaum noch zu leugnen. Die SPD hat mit Frank Ullrich tatsächlich einen starken Kandidaten im Rennen. Nach 74 von 418 ausgezählten Wahlkreisen liegt er mit 29,3 Prozent der Stimmen auf Platz eins.

Das Rennen könnte aber knapp werden – aber nicht unbedingt wegen dem CDU-Kandidaten Hans-Georg Maaßen. Er liegt mit 23,3 Prozent der Stimmen momentan nämlich nur auf Platz 3.

Die AfD lag wohl gar nicht so falsch ihrem Kandidaten Jürgen Treutler vor der Wahl noch etwas Rückenwind zu geben. Er liegt mit 26,1 Prozent der Stimmen momentan auf Platz 2.

Wir bleiben gespannt, wie der Wahlabend sich weiter entwickelt.

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Bundestagswahl in Thüringen:

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18.42 Uhr: Erste Ergebnisse da! Ullrich (SPD) bisweilen vor Maaßen

Noch ist der Wahlabend sehr jung, aber die ersten Stimmen sind ausgezählt. Bisher sieht es nicht gut aus für den kontroversen Kandidaten der CDU Hans-Georg Maaßen. Momentan liegt er nur abgeschlagen auf Platz 3. Seine beiden Konkurrenten von der AfD (Jürgen Treutler) und SPD (Frank Ullrich) liegen gerade vorne.

Mit 30,5 Prozent der Stimmen liegt Ullrich gerade in Führung, dicht gefolgt von Treutler mit 24,8 Prozent. In den Zweitstimmen konnte bisher vor allem die AfD Punkten. Sie erhielt 28,6 Prozent der bisher ausgezählten Stimmen.

18.27 Uhr: Erste bundesweite Prognosen und Ergebnisse

Für Thüringen sind bisher noch keine Ergebnisse durchgesickert, aber bundesweit gibt es schon erste Prognosen und Ergebnisse. Dort zeichnet sich ab, was viele erwartet haben: Nämlich ein Kopf an Kopf Rennen zwischen SPD und CDU. Bleibt abzuwarten, wie sich der weitere Wahlabend entwickelt.

18.00 Uhr: Nichts geht mehr! Die Stimmen werden gezählt – DANN gibt es die ersten Ergebnisse

Die Wahllokale sind geschlossen. Ein paar letzte Wähler, die noch in den Schlangen stehen, werfen bestimmt noch ihren Zettel in die Urne. Ab dann wird gezählt – und die Spannung steigt. Mit ersten Ergebnissen rechnet der Landeswahlleiter ab circa 18.10 Uhr. Wir halten dich in unserem News-Blog natürlich auf dem Laufenden, wie bei uns in der Region gewählt wurde.

17.43 Uhr: Endspurt an den Wahllokalen

In wenigen Minuten schließen die Wahllokale im Freistaat. Wer dann noch in der Schlange steht, darf seine Stimme natürlich noch abgeben. Für die Menschen im Thüringen aber bedeutet das – die Bundestagswahl 2021 geht in ihre heiße Phase. Die Stimmen werden gezählt.

Und hier bei uns in der Region kriegen wir endlich die Antwort auf die Frage: Wer setzt sich durch? Der kontroverse Kandidat der CDU – Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen? Oder sein größter Konkurrent: Der Ex-Olympiasieger und SPD-Direktkandidat Frank Ullrich?

Wer weiß? Vielleicht schafft es ja auch eine andere Partei anzugreifen. Mit ersten Ergebnissen wird kurz nach 18 Uhr gerechnet.

17.08 Uhr: Viele Wähler gehen zur Urne – Tendenz aber unter 2017

Bis 16 Uhr haben rund 43,7 Prozent der Wahlberechtigen im Freistaat ihre Stimme abgegeben. Darüber hat der Landeswahlleiter informiert. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 waren es zu dieser Zeit etwas mehr. 45,5 Prozent um genau zu sein.

Damit ist aber natürlich ein Aspekt noch nicht mit eingerechnet: Und zwar die Briefwähler. Mit denen zusammen waren es Thüringenweit rund 66,2 Prozent, die ihre Stimme abgegeben haben. Das sind vier Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren.

16.55 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung bestätigt auch der Kreiswahlleiter

Es ist für die Wähler eine wichtige Wahl – das sich auch an den Wahllokalen zu bewahrheiten. Der Kreiswahlleiter bestätigt auf Thüringe24.de-Anfrage ein erhöhtes Wähleraufkommen. Aber ander als zum Beispiel im Kreis 191 Jena / Sömmerda haben die Wahlzettel bisher ausgereicht.

Ansonsten verlief der Wahltag bisher gut so der Kreiswahlleiter.

16.07 Uhr: Jan Ulrich gibt seine Stimme ab

Noch knapp zwei Stunden sind die Wahllokale offen. Mittlerweile hat auch Frank Ullrich (SPD) seine Stimme in Suhl abegeben.

15.46 Uhr: Wahlbeteiligung in Thüringen weiter hoch

Bis 14 Uhr haben nach Angaben des Landeswahlleiters in Thüringen 34,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der vergangenen Bundestagswahl in 2017 betrug die Urnenwahlbeteiligung zur selben Zeit 35,8 Prozent. Allerdings sind in diesen Zahlen die Briefwähler nicht enthalten.

14.04 Uhr: SO hoch ist die Wahlbeteiligung in Thüringen bisher

In Thüringen werden anhand von Meldungen ausgewählter Wahlbezirke am Wahltag Zwischenstände zur Höhe der Wahlbeteiligung festgestellt. Bis 12 Uhr haben rund 24,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in einem Wahllokal abgegeben. Zum selben Zeitpunkt waren es bei der Bundestagswahl 2017 24,5 Prozent. Die Briefwähler sind bei diesem Ermittlungsergebnis nicht enthalten.

08.45 Uhr: Wahllokale geöffnet! SIE beeinflussen die erste 18-Uhr-Prognose

Seit acht Uhr sind die 60.000 Wahllokale in Deutschland geöffnet. Rund 60,4 Millionen Menschen sind aufgerufen, zur Bundestagswahl ihre Stimmen abzugeben – davon 2,8 Millionen Erstwähler.

Es wird damit gerechnet, dass dieses Jahr so viele Menschen wie nie zuvor ihre Stimme per Briefwahl abgeben werden – laut Bundeswahlleitung mindestens 40 Prozent der Wähler.

Doch die hohe Anzahl an Briefwählern wird zu einem echten Problem, denn zum Beispiel nutzen vor allem besonders ältere Menschen überdurchschnittlich häufig die Briefwahl und Menschen über 60 Jahre wählen eben anders als jene, die ins Wahllokal gehen. So erzielen Union und SPD traditionell bei den Senioren bessere Ergebnisse als bei Jüngeren. Deswegen könnten die Nachwahlbefragungen an den Wahllokalen das tatsächliche Stimmungsbild, das sich bei der Auszählung der Stimmen später ergibt, verzerren. Mehr dazu erfährst du in unserem Bundestagswahl-Newsblog.

Samstag, 25. September

11.40 Uhr: Peinliche ARD-Panne - Hochrechnung schon eingeblendet

SPD-Kandidat Frank Ullrich versucht es auf den letzten Metern noch einmal mit einem Spot. In dem sagt er, er habe vielen Menschen in Südthüringen etwas zu verdanken und wolle es ihnen wieder zurückgeben. „Ich komme von hier, bin aber auch einer für hier. Ich möchte mit unserer Bevölkerung und unseren Problemen nach Berlin ziehen und dort wahrgenommen werden. Wir haben hier in Südthüringen noch einige dicke Bretter zu bohren.“

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Bundestagswahl 2021 in Süd-Thüringen: CDU mit Skandal-Kandidat Hans-Georg Maaßen

Bereits die Nominierung von Hans-Georg Maaßen durch den Kreisverband der CDU in Suhl hatte für mächtig Wirbel gesorgt. Wegen mehrerer Kontroversen um seine Person wurde der ehemalige Verfassungsschutzchef durch Innenminister Seehofer 2018 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Wiederholt wurde Maaßen eine Nähe zur rechtsradikalen Szene vorgeworfen.

Seine Kandidatur in Süd-Thüringen ist also gelinde gesagt umstritten. Dennoch lag er in den Umfragewerten lange Zeit vor seinem größten Konkurrenten – dem ehemaligen Olympiasieger Frank Ullrich (SPD).

Wahlkreis von Hans-Georg Maaßen: SPD mit starkem Gegenkandidaten in Südthüringen

Die SPD hatte bewusst einen starken Kandidaten nominiert. Frank Ullrich ist Biathlon-Olympiasieger, ehemaliger Trainer der Biathlon-Nationalmannschaft und in Süd-Thüringen ein bekanntes Gesicht. Gerade jetzt, wo seine Partei in den Umfragewerten bundesweit vorne liegt, rechnet er sich gute Chancen auf den Sieg aus.

Konkurrenz für Hans-Georg Maaßen in Südthüringen: AfD rechnet sich Chancen aus

Knapp dürfte es trotzdem werden. Auch weil die AfD in Süd-Thüringen nicht unterschätzt werden darf.

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Das ist der Thüringer Wald:

  • ein gut 1000 Quadratkilometer großes Mittelgebirge
  • südöstlich wird es vom Thüringer Schiefergebirge fortgesetzt
  • Zusammen mit dem Frankenwald und dem Fichtelgebirge bildet der Thüringer Wald das Thüringisch-Fränkische Mittelgebirge
  • Über den gesamten Gebirgskamm führt der berühmte Rennsteig

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Für sie tritt mit dem Ingenieur Jürgen Treutler zwar jemand an, der bei weitem nicht den selben Bekanntheitsgrad genießt, wie seine Konkurrenten von SPD und CDU – in der Bundestagswahl 2017 war die AfD aber zweitstärkste Kraft im Kreis 196 und holten 22,8 Prozent der Erststimmen.

Das sind die Kandidaten der anderen Parteien:

  • Linke: Sandro Witt – Gewerkschaftssekretär, geboren 1981
  • FDP: Gerald Ullrich – Ingenieur, geboren 1962
  • Grüne: Stephanie Erben – Kulturmanagerin, geboren 1971
  • Freie Wähler: Detlef Pappe – Rentner, geboren 1956
  • Die Partei: Christian Fichtner – IT-Engineer, geboren 1984
  • ÖDP: Stefan Schelleberg – Heizungs- und Sanitärmeister, geboren 1965
  • Piraten: Christian Horn – Industriekaufmann, geboren 1987
  • MLPD: Andreas Eifler – Hausmeister, geboren 1955
  • Einzelbewerber: Marko Bieling – Netzwerk- und Systemadministrator, geboren 1973

Bundestagswahl 2021: So kannst du wählen

Eine Wahlbenachrichtigung solltest du längst im Briefkasten gefunden haben.

Zum Wahllokal solltest du deine Wahlbenachrichtigung dann mitbringen. Wenn du sie verloren hast, reicht aber auch einfach ein Personalausweis oder ein Reisepass.