Opel Werk Eisenach: Politiker mit kontroversem Statement – „brandgefährlich“

Opel in Eisenach: Thomas Kemmerich (FDP) sorgte mit einem kontroversem Statement für Aufsehen.
Opel in Eisenach: Thomas Kemmerich (FDP) sorgte mit einem kontroversem Statement für Aufsehen.
Foto: Michael Reichel / Martin Schutt / dpa-Zentralbild / dpa / Montage: Thüringen24.de

Eisenach. Die Zukunft des Opel Werks in Eisenach beschäftigt nicht nur die Mitarbeiter dort. Ganz Thüringen schaut gerade besorgt auf den Westen des Freistaats – dort wo früher einmal der Wartburg gebaut wurde und wo die letzte Bastion der Thüringer Automobilindustrie womöglich vor ihrem Ende steht.

Im Landtag wurde die Zukunft des Opel Werks in Eisenach am Mittwoch in einer aktuellen Stunde diskutiert. Ein Politiker sorgte dort mit einem kontroversem Statement für Aufsehen.

Opel Werk Eisenach: FDP-Politiker mit kontroversem Statement

„Eisenach hat eine Zukunft, auch ohne Opel“, sagte der FDP-Politiker Thomas Kemmerich. Man müsse ernst nehmen, was dort passiere, aber der Stellantis-Konzern lasse sich nicht von Thüringen aufhalten so Kemmerich weiter.

Hintergrund für die Debatte ist eine drohende Zerschlagung des Autobauers und die Entscheidung des Stellantis-Konzerns, die Beschäftigten des Opel-Werks in Eisenach in Kurzarbeit zu schicken. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nannte Kemmerichs Aussagen „brandgefährlich“. Eine solche Botschaft gefährde den Prozess, der bei Stellantis stattfinde und stelle ihn in Frage, betonte Tiefensee. Die Mehrheit im Landtag gebe ein Bekenntnis zur langfristigen Sicherheit des Werkes Opel Eisenach ab. „Wir stehen einmal mehr an der Seite der Beschäftigten und deren Familien“, sagte Tiefensee.

Kemmerich sagte, Thüringen müsse den Anspruch erheben, das Innovationsherz Deutschlands zu werden. „Wer so mit uns in Thüringen, mit unseren Mitarbeitern umgeht, der braucht sich nicht wundern, dass wir nach Alternativen suchen.“

Statement führt zu hitziger Diskussion „Frechheit!“

Der Linke-Abgeordnete Sascha Bilay rief während Kemmerichs Rede „Frechheit!“. Später sagte Bilay, es sei ein Skandal, wenn Kemmerich sage, Eisenach würde ohne Opel auch gut zurechtkommen. „Sie schüren bewusst die Ängste der Menschen in der Region“, sagte Bilay. Seine Fraktion wolle weiter für Opel und den Standort kämpfen.

------------------

Das Opel-Werk in Eisenach:

  • Entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Automobilwerk Eisenach und der Adam Opel AG nach der Wende
  • Steht auf dem ehemaligen AWE-Betriebsteil im Westen der Wartburgstadt
  • Am siebten Februar 1991 wurde der Grundstein für das Werk gelegt
  • Opel investierte runde eine Milliarde D-Mark in den Standort
  • Fast zeitgleich mit dem Richtfest am neunten September 1991 lief auch der letzte Wartburg in Eisenach vom Band

------------------

+++ Opel in Eisenach: Bodo Ramelow in Sorge – jetzt fordert er DAS vom Konzern +++

Nach Tiefensees Ansicht gehe es im Kern um die Frage, ob man ein Werk, das in einer klassischen Technologie arbeite, schließen und an anderer Stelle neue Arbeitsplätze schaffen wolle. „Oder wollen wir alles dafür tun, dass in diesem Werk Innovation Platz hat, dass man in Zukunft in diesem Werk mit den Beschäftigten innovativ arbeitet“, fragte Tiefensee in einer Rede im Landtag.

Das Eisenacher Opel-Werk habe alle Voraussetzungen für eine Zukunft. „Wir erwarten, dass alles getan wird, dass Opel Eisenach eine innovative Transformation schafft“, sagte Tiefensee. Dies sei eine Botschaft an den Stallantis-Konzern.

Zukunft des Opel-Werks in Eisenach ist ungewiss

Vor etwas mehr als einer Woche waren Pläne vom Opel-Mutterkonzern Stellantis bekannt geworden, die beiden Produktionswerke in Rüsselsheim und Eisenach aus der deutschen Einheit Opel Automobile GmbH herauszulösen.

-----------------

Mehr Themen:

Opel-Werk in Eisenach: Mitarbeiter bekommen Unterstützung – ausgerechnet aus DIESER Richtung

Opel in Eisenach: Deutliche Ansage von Auto-Experte – „nichts als eine Hülle bleibt übrig“

Opel in Eisenach: Mutterkonzern will Werk Verantwortung entziehen – so sollen Arbeitsplätze gesichert werden

-----------------

Aus diesem Grund haben sich auch die Ministerpräsident aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen – alles Opel-Ländern – in einem offenen Brief an den Konzern gewandt. Auch Bodo Ramelow macht sich sorgen um die Sicherheit der Arbeitsplätze in Eisenach. (dpa, bp)