Arnstadt: Bosch will Mitarbeiter loswerden – jetzt gibt's schwere Vorwürfe!

Bosch in Arnstadt möchte seine Mitarbeiter loswerden – die IG Metall erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen den Konzern. (Archivbild)
Bosch in Arnstadt möchte seine Mitarbeiter loswerden – die IG Metall erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen den Konzern. (Archivbild)
Foto: picture alliance / ZB | Marc Tirl

Arnstadt. Der Konflikt bei Bosch in Arnstadt spitzt sich zu.

Das Bosch-Werk in Arnstadt produziert Regler für Lichtmaschinen von Verbrennungsmotoren – diese werden allerdings nicht mehr gebraucht. Die Arbeitnehmer stehen so ohne Arbeit da. Das Werk in Arnstadt soll deshalb geschlossen und die Mitarbeiter entlassen werden. Jetzt gibt's schwere Vorwürfe gegen den Bosch-Konzern.

Arnstadt: IG Metall erhebt schwere Vorwürfe

Die IG Metall spricht bei der Schließung des Bosch-Standortes von einem „Testfall“, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Laut IG-Metall wolle Bosch in Thüringen testen, wie sich Arbeitnehmervertreter verhielten, wenn Rechte von Beschäftigen massiv verletzt würden, sagte der zweite Bevollmächtigte der IG-Metall Erfurt, Kirsten Breuer.

Der Bosch-Konzern weist die Vorwürfe allerdings zurück. Für die Mitarbeiter in Arnstadt gebe es keine Arbeit mehr, auch alternative Produktionsmöglichkeiten sind aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzbar. Außerdem kümmere man sich um die Mitarbeiter noch bis Ende 2022: Bis dahin laufen die geschlossenen Verträge,auch sollen noch die vollen Gehälter gezahlt werden: „Wir handeln dabei im Einklang mit den rechtlichen Erfordernissen“, wie eine Bosch-Sprecherin sagte. Ab Dezember müssen rund 100 Mitarbeiter dann zu Hause bleiben.

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Keine Solar-Nachfrage mehr in Arnstadt

Die Produktion Regler für die Lichtmaschinen war 2014 nach Thüringen gekommen – nach dem Aus für die Solarsparte von Bosch an diesem Standort. Weil immer mehr Autohersteller auf die Fertigung von Elektroautos umsteigen, ist die Nachfrage nach den Reglern nach Unternehmensangaben deutlich gesunken.

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Breuer von der IG Metall sagte, es sei nicht hinnehmbar, dass die Beschäftigten in etwa zwei Wochen nach Hause geschickt werden sollen – auch wenn sie weiterhin ihr Geld erhielten. Wenn Arbeitnehmer etwa ein Jahr lang ohne Arbeit zu Hause gesessen hätten, sei es für sie schwierig, wieder ins Erwerbsleben einzusteigen. Die Verträge für den Standort Arnstadt bedeuteten auch, dass Bosch verpflichtet sei, seine dort Beschäftigte mit Arbeit zu versorgen.

Der Bosch-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall hatten an diesem Freitag zu einem Aktionstag an den Standorten in München, Bühl bei Stuttgart und Arnstadt aufgerufen. (jko/dpa)