Eisenach: Frau geht in den Baumarkt und traut ihren Augen kaum – „Was nützt das?“

Eisenach: Ein Besuch im Baumarkt hat bei einer Kundin das Fass überlaufen lassen. (Symbolbild)
Eisenach: Ein Besuch im Baumarkt hat bei einer Kundin das Fass überlaufen lassen. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Geisser

Eisenach. Mal eben kurz in den Baumarkt nach Eisenach – ganz so einfach ist das derzeit nicht. Wegen Corona gelten in vielen Geschäften in Thüringen derzeit 2G-Regel und Maskenpflicht. Ohne entsprechenden Nachweis und Mund-Nasen-Bedeckung darf dort niemand einkaufen.

Wichtige und notwendige Maßnahmen, findet eine Frau aus Eisenach. Doch als sie an der Kasse zahlen will, traut sie ihren Augen kaum.

Eisenach: Kundin traut ihren Augen kaum, als sie diese Beobachtung an der Kasse macht

Dort reihte sich die Eisenacherin wie die anderen Kunden in die Schlange ein. Sie selbst arbeitet in einem Krankenhaus. Weiß, wie wichtig Händewaschen, Abstand halten und Maske tragen sind.

Doch die Sache mit der Maske nehmen vielen Menschen nicht so ernst, wie sie es laut der Eisenacherin eigentlich tun sollten. An der Baumarktkasse hat sie das mal wieder beobachtet. „Wenn dann die Leute an der Kasse immer noch hinter mir stehen mit ihrem Mundtuch unter der Nase hängend, welches aussieht, als hätten sie das letzte halbe Jahr ihren Keller damit gewischt! Da bekomm ich Puls“, erzählt sie.

Jenes ältere Paar hinter ihr sei mit „schnoddrig aussehenden“ OP-Masken ausgestattet gewesen. „Die Leute begreifen noch immer nicht, worum es dabei geht“, sagt die Frau, die ihren Namen lieber nicht im Internet lesen möchte. „Wer weiß, was ich mir dann wieder anhören muss.“

Eisenach: Diese Maßnahme hätte viel früher kommen müssen

Dass nicht alle Menschen in Eisenach ihre Einstellung teilen, hat sie schon öfters feststellen müssen. Immer wieder treffe sie auf Menschen mit der Maske unter der Nase oder mit Exemplaren, die viel zu selten ausgetauscht werden. Im schlechtesten Fall tragen sie gar keine.

Dass die Maskenpflicht in den Schulen entfallen ist, kann sie nicht nachvollziehen. Auch, dass erst jetzt mit flächendeckenden Corona-Tests bei den Arbeitnehmern begonnen wurde. „Das hätte man längst einführen sollen“, sagt sie im Gespräch mit Thüringen24.

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Nach der Beobachtung im Baumarkt riss ihr dann jedoch Geduldsfaden. Das Erlebnis beschrieb sie aus der Wut heraus in einer lokalen Facebook-Gruppe. Nach 90 Kommentaren unter dem Beitrag schlossen die Admins die Kommentar-Funktion. Zu wild ging es unter ihrem Text zu.

Die Bandbreite der Meinungen dort ist groß: „Wie sich hier manche so aufregen können“, „Was nutzt das?“ bis hin zu „Selbst eine Aspirintablette hat Nebenwirkungen. Da fragt keiner danach“.

Eisenach: Fachfrau mit scharfer Kritik

Der Beitrag hat einen großen Wirbel ausgelöst. Dabei sollte eher die Corona-Situation einen großen Wirbel auslösen, findet die Eisenacherin. „Die Menschen vergessen, dass nicht nur Leute mit schweren Corona-Verläufen im Krankenhaus behandelt werden müssen“, kommentiert sie die angespannte Lage.

Hinzu komme mangelhafte Aufklärung über den Impfstoff, der ihren Alltag massiv erleichtern würde – sofern sich noch mehr Menschen den Pieks holen würden. „Bekannte wenden sich sorgenvoll an mich, weil sie glauben, ihnen würde dadurch ein Chip implantiert“, sagt die Eisenacherin. „Die Leute glauben alles, was sie im Internet lesen.“

Sie wünscht sich, dass die Menschen wieder mehr Eigenverantwortung übernehmen. Eine saubere und funktionale Maske zu tragen würde in diesen Zeiten viel bewirken können. „Im Krankenhaus tragen wir sogar eine Schutzbrille über den Augen, wo es nötig ist. Jeder hier weiß, dass man sich trotz Impfung anstecken kann.“ (vh)