Hans-Georg Maaßen (CDU) geht radikalen Schritt – „Empfinde dieses Agieren als Verrat“

Der rasante Aufstieg der AfD

Der rasante Aufstieg der AfD

Seit 2013 gibt es die Alternative für Deutschland (AfD). Seit ihrer Gründung hat die rechtspopulistische Partei einen rasanten Aufstieg hingelegt.

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Suhl. Meistens steht Zoff an, wenn Hans-Georg Maaßen in den Schlagzeilen steht. So oder so ähnlich sah das Schema F des ehemaligen Bundesverfassungsschutzschefs in letzter Zeit aus. Vor wenigen Wochen hat er mit kontroversen Statements über die Corona-Impfung für riesiges Aufsehen gesorgt – nicht zuletzt bei seinen CDU-Parteikollegen.

Mit einigen von ihnen gibt’s jetzt schon wieder Krach. Zumindest bei denen, die in der Liste der Werte-Union stehen. Bei einer Entscheidung aus diesen Reihen will Hans-Georg Maaßen nicht mitziehen.

Hans-Georg Maaßen geht drastischen Schritt: „Es ist nicht akzeptabel“

Jetzt geht er einen drastischen Schritt. Er steigt schlichtweg aus der Werte-Union aus. Grund sei, dass der Chef der Werte-Union, Max Otte, als AfD-Kandidat bei der Wahl des Bundespräsidenten antreten wolle, wie Maaßen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

„Es ist nicht akzeptabel, dass sich ein Unionsmitglied als Bundespräsidentenkandidat von der AfD aufstellen lässt“, sagte Maaßen. Zuvor hatte er seinen Schritt auf der Plattform Gettr bekannt gemacht.

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Das ist Hans-Georg Maaßen:

  • Haans-Georg Maaßen ist 1962 in Mönchengladbach geboren.
  • Ab 1991 arbeitete er in verschiedenen Funktionen im Bundesinnenministerium – unter anderem als Referent für Ausländerangelegenheiten.
  • Hans-Georg Maaßen war ab August 2012 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
  • Seine Amtszeit wurde geprägt durch weitere Debatten unter anderem über Fehler des Verfassungsschutzes im NSU-Komplex sowie durch die NSA-Überwachungsaffäre.
  • Im November 2018 wurde Maaßen schließlich in den einstweiligen Ruhestand versetzt.
  • Maaßen erhielt im April 2021 die meisten Stimmen in Südthüringen und wurde im Wahlkreis 196 in den Bundestagswahlkampf der CDU geschickt.
  • In der Bundestagswahl verlor er das Direktmandat gegen den SPD-Kandidaten Ulrich

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Er sei dafür, gegenüber der AfD „klare Kante“ zu zeigen, das habe er auch im Wahlkampf so vertreten, betonte der 59-Jährige. „Ich empfinde dieses Agieren als Verrat an den Mitgliedern der Werte-Union.“

Vermeintlicher politischer Sinneswandel bei Hans-Georg Maaßen

Bei einigen mag der plötzliche Sinneswandel Maaßens für gehobene Augenbrauen sorgen. Immerhin wurde ihm in der Vergangenheit selbst eine zu geringe Distanz zur AfD vorgeworfen. Im Bundestagswahlkampf gab er das Ziel aus, der AfD Stimmen abjagen zu wollen.

Zuvor hatte er sich aber auch unter anderem dafür ausgesprochen, in Thüringen die Wahl eines CDU-Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD in Kauf zu nehmen, um in dem Bundesland die rot-rot-grüne Regierung abzulösen.

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Politisch musste Hans-Georg Maaßen zuletzt eine herbe Niederlage einstecken. Bei der Bundestagswahl war er in Süd-Thüringen als CDU-Direktkandidat gegen den Frank Ulrich (SPD) angetreten – und verlor. (dpa, bp)

Bodo Ramelow sorgt mit kontroversem Statement für Aufsehen

Und auch diese Geschichte bewegt die Menschen in Thüringen: Bodo Ramelow hat neulich mit einem kontroversen Statement für Aufsehen gesorgt. Es ging um die so genannten „Hygienespaziergänge“. Nicht alle fanden gut, was er zu sagen hatte. (Mehr dazu hier)