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Thüringer Tafeln schlagen wegen Hamsterkäufen Alarm – „Das wird sich noch weiter zuspitzen“

Thüringer Tafeln schlagen wegen Hamsterkäufen Alarm – „Das wird sich noch weiter zuspitzen“

© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

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Erfurt. 

Gähnende Leere im Mehl-Regal, in manchen Supermärkten sind manche Öle einfach nicht mehr zu bekommen. Hamsterkäufe machen gerade vielen Menschen in Thüringen zu schaffen. Aber nicht nur ihnen.

Die Tafeln in Thüringen ächzen unter der derzeitigen Lage – auch, weil die Preise gerade wegen des Ukraine-Krieges fast nur noch nach oben gehen.

Thüringer Tafeln leiden unter Hamsterkäufen

„Wir haben mehr Menschen vor der Tür und viel weniger Lebensmittel, die zu verteilen sind“, sagte die Vorsitzende des Landesverband der Tafeln in Thüringen, Beate Weber-Kehr, der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe inzwischen etwa zehn Prozent mehr Tafel-Besucher als noch vor einigen Monaten. Sie rechne nicht damit, dass sich diese Situation bald entspannen werde, im Gegenteil. „Ich glaube, das wird sich noch weiter zuspitzen.“

Weber-Kehr zufolge kommen jetzt wieder jene Bedürftigen zu den Ausgabestellen, die diese während der Corona-Pandemie aus Angst vor Ansteckung gemieden hätten. Zudem nähmen zunehmend auch ukrainische Kriegsflüchtlinge das Hilfsangebot an. Und schließlich kämen Menschen, die wegen der zuletzt stark gestiegenen Energiepreise nicht mehr wie zuvor Lebensmittel einkaufen könnten.

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Mehr Menschen vor der Tür und weniger Ware bei den Thüringer Tafeln

Die überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Tafeln sammeln bei Einzelhändlern qualitativ einwandfreie, aber nicht verkaufte Lebensmittel ein, die andernfalls im Müll landen würden. Sie verteilen diese entweder kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag an einkommensschwache Menschen. Wenn aber wegen Hamsterkäufen bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl die Regale leer seien, könnten solche Produkte auch nicht gespendet werden, sagte Weber-Kehr. Sie schätzt, dass die Lebensmittelspenden in den zurückliegenden Wochen um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen sind.

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Die Tafeln versuchten jetzt verstärkt, auch direkt von Nahrungsmittelherstellern wie Bäckereien Spenden zu erhalten, sagte Weber-Kehr. „Das ist durchaus erfolgversprechend, man muss nur richtig lange graben, bis man da an den Richtigen kommt.“ Zudem rief sie Privathaushalte zu Lebensmittelspenden auf. Zum Beispiel könnten diese in der Coronakrise angelegte Vorräte, die doch nicht gebraucht würden, bei den Tafeln abgeben.

Den Helfern macht aber gerade noch etwas ganz anderes zu schaffen. Die gestiegenen Kraftstoffpreise! Immerhin brauchen die über 66 Fahrzeuge, über die die Tafeln in Thüringen nach eigenen Angaben verfügen etwa 13.700 Liter Diesel – und das jeden Monat. (dpa)