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Thüringen nimmt Verletzte aus der Ukraine auf – doch die Mediziner stehen vor einem großen Problem

Thüringen nimmt Verletzte aus der Ukraine auf – doch die Mediziner stehen vor einem großen Problem

© picture alliance/dpa | Boris Roessler

Putin: Militäreinsatz in der Ukraine hat "noch nicht ernsthaft begonnen"

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Regierung in Kiew und ihre Verbündeten gewarnt, dass die Militäraktion in der Ukraine "noch nicht ernsthaft begonnen" habe. Der Kreml-Chef äußerte sich vor ranghohen Abgeordneten in Moskau.

Sie erreichen mit schwersten Verletzungen den Freistaat. Oft wurden sie von so genannten Schrapnell-Geschossen erwischt (Granaten, die mit Metallkugeln gefüllt sind), haben schlimme Wunden an den Gliedmaßen und auch den Augen. Noch Monate nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine erreichen Verwundete aus dem Kriegsgebiet Thüringen, um hier behandelt zu werden.

Sie aus der Ukraine herauszuholen, gestaltet sich oft sehr schwierig. Im Krisengebiet stellt sich die Situation dramatisch dar. Die Mediziner in Thüringen stellt das vor komplett neue Herausforderungen.

Thüringen: Kriegsverletzte werden im Freistaat behandelt

Derzeit werden insgesamt 58 Menschen aus dem Kriegsgebiet in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Brandenburg behandelt, berichtet das zuständige Bundesamt dem „MDR-Thüringen“. Weniger als zehn davon liegen derzeit auf Thüringer Krankenhäusern.

Die meisten davon müssen intensivmedizinischen behandelt werden. Einige werden auch operiert. Um zu verhindern, dass die Krankenhäuser überlasten, wurde in Deutschland ein so genanntes „Kleeblatt“-System eingeführt, das die Verteilung regelt. Thüringen gehört dabei zum „Kleeblatt Ost“.

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Mediziner aus Thüringen berichten von schlimmsten Verletzungen

Professor Michael Bauer von der Uniklinik Jena berichtet dem Sender von Patienten mit schwersten Verletzungen. Dabei handelt es sich sowohl um Soldaten als auch um Zivilisten, die unter großen Schwierigkeiten nach Deutschland gebracht wurden. Die Logistiksituation vor Ort beschreibt der Mediziner als „dramatisch“. Lufttransporte aus dem Kriegsgebiet heraus seien derzeit nicht möglich.

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Auch aus diesem Grund müssen manche Operationen von deutschen Ärzten über Videoanrufe angeleitet werden (so genannte „Telemedizin“). Die Uniklinik Jena arbeitet da zum Beispiel mit einer Klinik in Odessa zusammen, berichtet der „MDR-Thüringen“.

Derweil spitzt sich die Lage an den Krankenhäusern in der Ukraine immer weiter zu. Die Mediziner in Deutschland helfen dabei, wo sie können. Aber auch für sie stellt die Situation in der Ukraine ein komplettes Novum dar. (bp)