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Thüringen: CDU setzt Gender-Verbot durch – und sorgt DESWEGEN für Wirbel

Zoff um gendergerechte Sprache im Thüringer Landtag! Mit einem Antrag sorgt die CDU für Wirbel. Aus einem bestimmten Grund.

© IMAGO / Christian Ohde

Thüringen: So schön ist das Bundesland

Einen kleinen Einblick bekommst du in unserem Video.

Nächster Zoff im Thüringer Landtag. Gerade erst freut sich die rot-rot-grüne Minderheitsregierung über Rückenwind vom Bundesverfassungsgericht in Sachen Windenergie im Wald, schon flattert die nächste Oppositionsklatsche ein.

Diesmal geht es um gendergerechte Sprache. Einem großen Teil der Opposition ist die schon lange ein Dorn im Auge. Ein neuerlicher Antrag der CDU, über den der Landtag in Thüringen am Donnerstag abstimmte, sorgte jetzt für ein Beben. Der Titel: „Gendern? Nein Danke!“

Thüringen: Zoff um gendergerechte Sprache

Konkret geht es darum, ob Thüringens Landesbehörden in der öffentlichen Kommunikation gendern dürfen oder nicht. Der CDU-Abgeordnete Christoph Zippel hatte den Antrag seiner Fraktion damit begründet, dass nach verschiedenen Umfragen eine Mehrheit der Menschen in Deutschland die „Gendersprache“ ablehne, teilweise würde sie als Bevormundung empfunden. Gendersprache sei „ein Eliteprojekt einer kleinen Minderheit“, so Zippel. Die SPD-Abgeordnete Cornelia Klisch bezeichnet die gendersensible Sprache als „legitimes Mittel, die Gleichheit der Geschlechter zum Ausdruck zu bringen“. Die CDU verkenne, dass sich Sprache ständig weiterentwickle.

Die Abstimmung war knapp, mit 38 von 74 abgegebenen Stimmen konnte sich die Opposition aber durchsetzen. Damit ist Gendern bei den Thüringischen Landesbehörden ab sofort tabu. Den Antrag unterstützte neben den Bürgern für Thüringen auch die AfD-Fraktion. Ein Umstand, der nicht allen schmeckte. Der Linke-Abgeordnete Christian Schaft warf der CDU etwa vor, mit ihrem Antrag gegen die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache Stimmungsmache und einen rechten Kulturkampf zu betreiben, „wie man ihn sonst von der AfD-Fraktion erwarten würde“.

Kritik aus der Thüringer Landesregierung

Die AfD-Abgeordnete Corinna Herold hatte vor der Abstimmung angekündigt, dass ihre Fraktion den CDU-Antrag unterstützen werde. Sie nannte das Gendern eine „Sprachverhunzung“. Ute Bergner von den Bürgern für Thüringen bezeichnete es als „unsinnig“ und eine „Unkultur“.


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Nach der Abstimmung gab es Kritik unter anderem von den Linken. Deren Landesvorsitzende Ulrike Grosse-Röthig twitterte noch am Abend: „Und dann gibt es diesen Moment, in dem die CDU zusammen mit dem rechten Rand des Faschisten Höcke im Thüringer Landtag für das Verbot von gendergerechter Spreche stimmt und sich dafür beglückwünscht.“ (dpa/bp)