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Thüringen: Mega Energie-Nachzahlung! Sie könnte Gastronomen das Genick brechen

Inflation und steigende Energiepreise – auf die Bürger in Thüringen kommen schwere Zeiten zu.

Während Privatpersonen sich auf enorme Kostensteigerungen einstellen müssen, sehen manche Unternehmen und Gaststätten in Thüringen mit starken Sorgen in Richtung Zukunft. Für manche bedeuten die neuen Preise das Aus.

Thüringen: Gasthaus steht kurz vor dem Aus

In Pößneck betreiben Beate und Lutz Pohle seit fast 30 Jahren das Gasthaus „Am Stadttor“. Sie und ihr Restaurant gehören fest zum Ort und sind dort kaum noch wegzudenken. Regelmäßig gehen hier viele Stammgäste ein und aus. Doch wegen der Energiekosten könnte damit bald Schluss sein.

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Schon vor dem Anstieg der Energiepreise sei es für das Ehepaar nicht leicht gewesen, alle Kosten tragen zu können, erzählt es dem MDR. Doch nun würde es immer schlimmer. „Wir hatten noch eine ziemlich hohe Kreditbelastung und mussten immer gucken, wo wir am günstigsten Gas und Strom herbekommen, um überhaupt den Kredit zu schaffen. Jetzt sind wir kurz davor, dass alles gut ist und dann kommt sowas. Das zieht einem die Füße weg.“

Thüringen
Die steigenden Energiepreise treiben manche Gastronomen in Thüringen in den Ruin (Symbolbild). Foto: IMAGO / Rene Traut

Bisher zahlte das Paar monatlich eine Abschlagszahlung von 176 Euro an seinen Gasanbieter . Doch mit Eingang der neuen Rechnung folgte der Schock.


Das ist das Bundesland Thüringen:

  • Der Freistaat Thüringen hat rund 2,1 Millionen Einwohner auf 16.000 Quadratkilometer Fläche
  • Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt
  • Weist eine hohe Dichte an wichtigen Kulturstätten auf, darunter das „Klassische Weimar“ (Unesco-Weltkulturerbe), das Bauhaus in Weimar und die Wartburg bei Eisenach
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Linke), regierende Parteien sind Linke, SPD, Grüne

3.451 Euro sollen Beate und Lutz Pohle nachzahlen. Jeweils für Oktober, November und Dezember. Für das Ehepaar gibt es nur eine Lösung: „Die sofortige Schließung“.

Thüringen: Kosten steigen immer weiter

Der Verband der Wohnungswirtschaft macht dem Ehepaar und vielen weiteren Verbrauchern wenig Hoffnung: „Es wird so sein, dass an vielen Stellen in Thüringen die Nebenkosten höher sein werden als die Kaltmiete.“

Beliefen sich die Heizkosten für eine 60-Quadratmeter-Wohnung im letzten Jahr auf etwa 800 Euro, so steige der Preis für das kommende Jahr auf bis zu 4.000 Euro, erklärt ein Sprecher.

Dass sich Privatpersonen und Selbstständige Hilfe beim Land Thüringen suchen können, wissen allerdings die Wenigsten. Denn auch noch in dem Monat, in dem der Betrag fällig wird, ist es möglich, einen Antrag auf Unterstützung beim Jobcenter oder beim Sozialamt zu stellen. Mehr könne das Land Thüringen derzeit aber auch nicht gegen die steigenden Preise unternehmen, heißt beim MDR.


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Auch wenn sie nun vor einer großen Hürde stehen, wollen Beate und Lutz Pohle aus Thüringen die Hoffnung nicht aufgeben – und sich nach einem neuen Gasanbieter umsehen.