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„In aller Freundschaft“: Zuschauer nach neuer Folge wütend – „Ein Schlag ins Gesicht von allen Betroffenen“

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„In aller Freundschaft“ behandelt in der aktuellen Folge ein brisantes Thema. Foto: MDR/Robert Strehler

Leipzig. 

In aller Freundschaft“ hat am Dienstagabend in der Folge „Korrekturen“ ein brisantes Thema behandelt. Dori Sander arbeitet für die Verkehrsbetriebe, sie hat viel um die Ohren. Plötzlich bricht sie bei der Arbeit mit Bauchschmerzen zusammen. Zuerst verwehrt sie einen Besuch in der Sachsenklinik, die Schmerzen hätten sich verflüchtigt.

Doch Dr. Roland Heilmann und Dr. Maria Weber bestehen auf eine Untersuchung und entdecken einen Mesenterialinfarkt, einen der gefährlichsten Notfälle in der Medizin überhaupt. Eine Notoperation kann das Schlimmste abwenden. Doch die Frage bleibt: Warum bekommt eine so junge Frau einen Darminfarkt?

„In aller Freundschaft“ mit brisanten Thema: Zuschauer empört

Dori Sander hat ADHS, deshalb nimmt sie heimlich Methylphenidat (MHS). In Deutschland ist das Medikament verschreibungspflichtig und sorgt für eine stimulierende Wirkung. Doch einige Zuschauer kritisieren scharf, wie die Patientin in der Folge dargestellt wird.

„Was war denn das für eine übelst schlecht recherchierte Folge? Ein Schlag ins Gesicht von allen ADHS Betroffenen!“, schreibt Judith F. bei Facebook. Sie erläutert: „Es ist schwer genug, gegen das schlechte Image von MPH anzukommen. Diese Folge macht es nicht besser! Methylphenidat macht NICHT abhängig! Und es ist auch problemlos möglich, und oft auch nötig, es im Erwachsenenalter verschrieben zu bekommen. Ebenfalls ist eine langjährige Einnahme keine Seltenheit!“ Sie sei enttäuscht über die Darstellung, auch wenn ihr bewusst sei, dass nicht alles der Wirklichkeit in der Ärzte-Soap entspricht.

Dennoch betont die Zuschauerin: „Aber gerade in diesem Fall kann die unkorrekte Darstellung der Behandlung von Erwachsenen ADHS Patienten und der falsch dargestellten Nebenwirkungen zu erheblichen, folgenreichen Missverständnissen führen!“

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„In aller Freundschaft“-Team wehrt sich gegen Kritik

Das „In aller Freundschaft“-Team hält dagegen: „In der Folge wurde ja eigentlich auch nur deutlich, dass es wichtig ist, unter ärztlicher Aufsicht zu sein mit solchen Medikamenten. So, wie Dori als Erwachsene es genommen hat, auf eigene Faust und mit eigenmächtiger Dosierung, ist es natürlich schwierig. Es kann durchaus auch eine Hilfe sein, wenn man das Für und Wider sorgfältig gegeneinander abwägt.“

Die aufgebrachte Zuschauerin lässt das nicht gelten. In der Folge sei von „Abhängigkeit“ und „Sucht“ die Rede gewesen. Es fiel sogar der Satz: „Das verschreibt ihr doch keiner!“

Das „In aller Freundschaft“-Team will die Kritik weitergeben.

„Bisher war ich ein treuer Fan der Sendung“

Die Userin Judith F. bekommt Zuspruch in der Kommentarspalte. Auch Iris B. zeigt sich enttäuscht: „Bisher war ich ein treuer Fan der Sendung. Doch was da heute über ein angeblich süchtig machendes Medikament vom Stapel gelassen wurde, war nur schwer mit anzusehen.“ Sie meint, die ADHS-Symptome der jungen Frau seien richtig dargestellt, „nicht aber das Zittern und die angebliche Abhängigkeit.“

„Mit solchen Darstellungen werden alle Menschen, die das Medikament für ihren Alltag brauchen, um normal zu funktionieren (nicht übertrieben), um normale Beziehungen zu anderen aufbauen und halten zu können und nicht im eigenen Chaos zu versinken, diffamiert.“ Natürlich solle man sich keinerlei Medikamente auf dem „Schwarzmarkt“ besorgen. „Im Übrigen gibt es inzwischen pflanzliche Alternativen, aber die können sich Betroffene oft nicht leisten, weil sie es im Arbeitsmarkt schwer haben – so sie keine Promis sind.“ (mb)