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Weimar: Nächster Traditionsladen schließt – „ein Stück Kindheit weg“

Es ist das Ende einer Ära in Weimar. Zum Jahresende schließt ein Traditionsladen für immer – er ist der letzte seiner Art in der Goethestadt.

Weimar
u00a9 IMAGO / Westend61

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In Weimar ist er so etwas wie der Letzte seiner Art. Privatfleischer mit eigener Herstellung gehören im Freistaat zu einer aussterbenden Spezies. Mit dem Jahresende wird es wieder einer weniger sein.

Ein Traditionsladen in Weimar hat seine Kunden jetzt mit einer bitteren Nachricht schockiert. Zum Jahresende, sagen die Betreiber, sei Schluss. Es ist das Ende einer Ära in der Goethestadt.

Weimar: Traditionsfleischer macht dicht

Weniger als zwei Wochen ist geöffnet, dann schließen die Tore für immer. Die Fleischerei Longin Schnabel macht dicht. Das bestätigte uns Fleischermeister-Sohn Patrick Kotte auf Nachfrage. Die „Thüringer Allgemeine“ berichtete zuerst darüber.

Damit gehen in der Goethestadt 46-Jahre Fleischertradition zu Ende. Der Grund für die plötzliche Schließung wundert dabei wenig. Der Kostendruck sei zu groß geworden, sagte Fleischermeister und Inhaber Dennis Kotte der Zeitung. Er führt das Unternehmen in dritter Generation.

Treue Kundschaft in Weimar

Besonders bitter: Die Kunden sind da, auch an der Nachfrage hapert es nicht. Nur die Kosten rund um den Betrieb sind immer größer geworden. Das fängt bei den Energiekosten an und hört beim Preis für Bratwurstdärme auf. Am Ende war die Rechnung mehr schief. Als dann das Finanzamt auch noch vom Betrieb neue Registrierkassen verlangte (Kostenpunkt 20.000 Euro), lief das Fass über.

Die Entscheidung war besiegelt und sorgte direkt für ein Beben in sozialen Medien. Auf den Zeitungsbericht reagierten etliche in einer öffentlichen Weimarer Facebook-Gruppe und trauern schon jetzt ihrem Fleischermeister nach. „Das kann doch nicht sein“, findet etwa ein Nutzer. Eine andere ergänzt: „Wieder ein Stück Kindheit weg!“


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Sowohl Fleischermeister Patrick als auch sein Sohn Denis planen derweil schon für ihre berufliche Zukunft. Was sie vorhaben, kannst du bei der „Thüringer Allgemeinen“ nachlesen (hier geht’s weiter).