Erfurt: „Hier tut sich seit Jahren nichts“ – Was wird aus der Ruine mitten in der Stadt?

Ein Lost Place mitten in Erfurt. Seit Jahren tut sich hier scheinbar gar nichts. Aber dieser Schein trügt.
Ein Lost Place mitten in Erfurt. Seit Jahren tut sich hier scheinbar gar nichts. Aber dieser Schein trügt.
Foto: Friederike Noske

Erfurt. Zwei Fotos aus Erfurt spalten derzeit das Netz und sorgen für Spekulationen. „Hier tut sich seit Jahren nichts“, beschwert sich der User in seinem Post auf Facebook. „Es wird irgendwann zusammenfallen“, heißt es von besorgter Seite. „Hasst mich, aber ich find die Ecke total schön“, schreibt hingegen eine Bewunderin.

Die Bilder zeigen eine völlig heruntergekommene Häuser-Reihe, die mitten in Erfurt offenbar nur auf ihren Zerfall wartet.

Erfurts Ruine: Lost Place mitten in der Stadt

Im Karree der Kürschnergasse, Pilse und Rupprechtgasse – dort wo alljährlich der kleinste Weihnachtsmarkt Erfurts gefeiert wird – herrscht seit den 90er-Jahren Leerstand. Seither tut die Zeit ihr Übriges. Ein klassischer Lost-Place aus den Ost-Zeiten eben.

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In den Erfurtern verfestigt sich das Gefühl, es passiert auch rein gar nichts. Doch der Schein trügt, wie die Stadtsprecherin Wenke Ehrt unserer Redaktion verrät.

Pilse-Häuser NOCH Eigentum der Stadt, aber...

„Noch befänden sich die Grundstücke im Eigentum der Stadt Erfurt“, so Ehrt. Die sorge auch für die Verkehrssicherung, sodass keine Gefahr für den Menschen durch einen möglichen Einsturz von dem Gebäude ausgehe.

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Erfurt: Ruinen der Pilse unter dem Hammer

Eigentlich hatte sich ja bereits ein Investor die Häuser unter den Nagel gerissen, jedoch ist er 2016 vom Kauf zurückgetreten. Die geforderten Stellplätze wären wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen, hieß es in einem Beitrag der Thüringer Allgemeine zu dem Thema.

So wurden die Häuser der Pilse erneut zum Kauf angeboten. Und das mit Erfolg. „Im Januar dieses Jahres wurde die Vermarktung erfolgreich beendet“, versichert und Ehrt. „Doch die Vertragsverhandlungen dauern noch an“.

Verhandlungen noch nicht abgeschlossen

Im Januar bereits stellte Erfurts Stadtentwicklungsdezernent Alexander Hilge der Thüringer Allgemeine den gültigen Bebauungsplan vor. Demnach sähe der vor, die Pilse 15 zu erhalten. Der Rest würde abgerissen.

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Arbeiten könnten 2020 starten

Die Bauarbeiten dafür sollten 2020 beginnen. Doch konkret wird es wohl erst, wenn die Verhandlungen durch und abgesegnet sind. (aj, fno)