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Thüringen: Erster Wolfsnachwuchs seit 150 Jahren – diese Gefahr könnte ihm das Leben kosten

Thüringen: Erster Wolfsnachwuchs seit 150 Jahren – diese Gefahr könnte ihm das Leben kosten

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Eine Fotofalle hat eine Wolfsrudel eingefangen. Foto: dpa

Jena/Ohrdruf. 

Thüringen

hat ein neues Wolfsrudel im Revier Ohrdurf. Doch was passiert mit den Tieren? Wie geht es nun weiter? Antworten hat Silvester Tamás.

„Wölfe bleiben ein bis zwei Jahre beim elterlichen Rudel“, erklärt der Wolfsexperte beim Thüringer Naturschutzbund (Nabu). Er gehe davon aus, dass die jungen Wölfe zunächst ein Nachbarrevier beziehen werden, wenn sie das Rudel verlassen.

„Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist die Frage spannend, wie es mit der Besiedlung weitergeht – in welche Waldgebiete zieht es die Tiere, suchen sie Höhenlagen?“, so Tamás.

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Wölfe in Thüringen

  • Genaue Anzahl der Wölfe in Thüringen ist unklar
  • Freistaat gilt als Durchgangsland für die Tiere
  • Ohrdrufer Wölfin ist circa seit 2014 auf Truppenübungsplatz nahe Gotha heimisch
  • sie brachte bereits mehrere Wolfshybriden zur Welt nach Paarung mit Hund
  • einige der Hybriden wurden aus Naturschutzgründen abgeschossen
  • zwei von ihnen sind bisher unauffindbar

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Wölfe in Thüringen: Sterblichkeit bei Jungtieren sehr hoch

Fraglich sei zunächst aber, wie viele der mindestens vier Jungtiere, die die Ohrdrufer Wölfin wohl im Mai zur Welt gebracht hat, überhaupt durchkommen. „Bei einer Sterblichkeitsrate von 80 Prozent, hoffen wir, dass wenigstens einer oder zwei überleben.“

Neben natürlichen Faktoren seien die Tiere vor allem durch Straßenverkehr bedroht. Zudem komme es immer wieder vor, dass Wölfe geschossen werden – trotz strengem Schutzstatus, sagte Tamás.

Erster bekannter Wolfsnachwuchs seit 150 Jahren in Thüringen

Die Jungtiere bei Ohrdruf gelten als erster bekannter Wolfnachwuchs in Thüringen seit 150 Jahren. Tamás hofft, bald über Genanalysen von Kotproben unter anderem feststellen lassen zu können, welches Geschlecht die Tiere haben.

„In der Regel kann man aber von einer bunten Mischung aus Männlein und Weiblein ausgehen“, so der Experte.

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Immer weniger Schafe werden gerissen

Mit Blick auf das seit Juli genutzte Schutzprojekt, mit dem das Thüringer Umweltministerium Herdenschutzhunde für Schäfer fördert, sprach Tamás von einem Erfolg.

Die Zahl nachgewiesener Angriffe von Wölfen auf Schafe und Ziegen ist seit dem Start des Projekts tatsächlich niedriger als im Juli, August und September vergangenen Jahres. Das geht das aus den online vom Umweltministerium veröffentlichten Tabellen hervor.

++ „Riverboat“: Wolfs-Experte mit brisanten Details über Thüringer Wölfin ++

Tamás geht davon aus, dass die Wölfe nun wieder auf Rehe und andere Wildtiere Jagd machen. Allerdings beginne nun auch die Zeit, in der viele Schafherden von den Weiden wieder in Stallungen gebracht werden, weshalb sich Angriffe von Wölfen auf die Nutztiere ohnehin verringerten. (dpa/mb)