Bodo Ramelow lobt Sputnik V-Impfstoff – darauf wird er direkt aus Russland angeschrieben

Bodo Ramelow appelliert an die Bundesregierung mehr Impfstoff zu beschaffen.
Bodo Ramelow appelliert an die Bundesregierung mehr Impfstoff zu beschaffen.
Foto: dpa

Erfurt. Wenn 16 Länderchefs und das Kanzleramt zusammenkommen, dann kann es schon einmal dauern. Die Ministerpräsidentenkonferenzen dauern oft mehrere Stunden an und ziehen sich bis in die Nacht.

Was dabei herauskommt ist trotzdem keine endgültige Lösung, sondern höchstens ein erster Schritt. Der Meinung ist nicht nur ein Großteil der Deutschen, sondern auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Bod Ramelow übt Kritik am Krisenmanagement

„Wir impfen, impfen, impfen, aber was wir brauchen, ist die Menge. Und dann müsste man als Bundesregierung endlich mal die Verträge mit Sputnik V machen, Hausaufgaben machen!“, hatte Ramelow erst letztens gefordert. Thüringens Ministerpräsident hofft schon seit Monaten auf eine bundesweit einheitliche Strategie zur Bekämpfung der Pandemie.

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Trotz steigender Infektionszahlen und den Schwierigkeiten bei der Impfkampagne steht bisher kein einheitlicher Plan für die Bundesländer zur Verfügung. Bayern öffnet währenddessen wieder die Baumärkte und das Saarland erlaubt Fitnesstudiobesuche – für Ramelow ist das inakzeptabel.

Bodo Ramelow unterstützt Weimars Oberbürgermeister

Ähnlich sieht das Weimars parteiloser Oberbürgermeister Peter Kleine. Er will etwas verändern und die Impfungen in seiner Stadt vorantreiben. Daher entschloss er sich als Einzelperson an die Hersteller des russischen Impfstoffs Sputnik V heranzutreten. Bodo Ramelow unterstützte ihn dabei.

Laut „Welt“ ließ eine Antwort des russischen Unternehmens nicht lange auf sich warten: In dem Schreiben freue man sich über das Lob Ramelows und würde eine Zusammenarbeit begrüßen.

Der Hersteller spreche sogar von einer „lokalen Notzulassung“. Allerdings ist das zurzeit nicht möglich. Sputnik V wird zwar schon in einigen Ländern verabreicht, allerdings ist das Vakzin in der EU bisher nicht zugelassen.

Russland ebenfalls an Handel mit Deutschland interessiert

Ministerpräsident Ramelow appelliert daher an Kanzlerin Merkel (CDU), den Prozess zu beschleunigen – ihn in die Wege zu leiten. Hinter sich wähnt Ramelow wiederum Unterstützer aus vielen unterschiedlichen Parteien.

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Der „Welt“ zufolge haben jedoch nicht nur die deutschen Politiker Interesse an dem russischen Corona-Schutz, um den Impfvorgang zu beschleunigen. Für Russland ist der Handel natürlich ebenso attraktiv.

Deutschland als Handelspartner würde den Ruf des Landes steigern und sich profitabel auf den Staat auswirken. Genau dort sieht das Kanzleramt bisher die Hürde. Es bleibt abzuwarten, ob und wann Sputnik V zugelassen wird und zur Pandemie-Bekämpfung eingesetzt werden kann. (neb)