Thüringen: Schon wieder Skulptur für jüdische Sportler zerstört

Die Wanderausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung. Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ ist Ziel von antisemitischen Angriffen geworden. (Archivbild)
Die Wanderausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung. Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ ist Ziel von antisemitischen Angriffen geworden. (Archivbild)
Foto: picture alliance / Arne Dedert/dpa | Arne Dedert

Nordhausen/Gotha. Wieder haben Unbekannte eine Skulptur der Wanderausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung. Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ zerstört. Die Figur auf dem Nikolaiplatz in Nordhausen (Thüringen) war dem Basketballspieler Ralph Klein gewidmet, teilte die Polizei am Samstag mit.

Die Ermittlungen zu dem oder den Tätern würden intensiv in alle Richtungen geführt, betonte die Polizei Thüringen. Sie forderte mögliche Zeugen auf, sich zu melden. Bereits am 13. Oktober war eine Skulptur der Ausstellung in Nordhausen mutwillig zerstört worden.

Thüringen: Vandalismus nicht der erste Angriff auf die Ausstellung

Ähnliche Vorfälle hatte es im vergangenen Jahr bei der Wanderausstellung in Bochum gegeben. Lebensgroße Plexiglasfiguren wurden damals schwer beschädigt und mit antisemitischen Parolen beschmiert.

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Im Zentrum der Schau stehen 17 deutsch-jüdische Sportler, die als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit zählten. Nicht wenige von ihnen wurden deportiert und ermordet.

Zu einem anderen Vorfall mit möglicherweise antisemitischem Hintergrund kam es in Gotha. Dort zeigte der Polizei zufolge ein angetrunkener Mann mehrfach den „Hitlergruß“ bei einer Veranstaltung an der Gedenkstätte „Alte Synagoge“.

Er sei von der Veranstaltung ausgeschlossen worden. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet, wie die Polizei jetzt mitteilte. (dpa)