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Corona in Thüringen: Kinder werden immer dicker! Krankenkassen schlagen Alarm

Lauterbach besteht weiterhin auf Impfpflicht

Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Corona-Toten hält Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht fest. Die Omikron-Variante sei entgegen anderslautender Meinungen alles andere als harmlos.

  • Welchen Einfluss könnte die Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche in Thüringern gehabt haben?
  • Dieser Frage gehen Wissenschaftler im Auftrag einer Krankenkasse nach…
  • Und stellen jetzt Ergebnisse für das erste Pandemie-Jahr vor.

Erfurt. 

Bittere Realität auch in Thüringen! Corona hinterlässt bei Kindern physische und psychische Folgen.

Wissenschaftler haben sich im Auftrag einer Krankenkasse aus Thüringen mit dem Einfluss von Corona auf Kinder und Jugendliche beschäftigt. Das Ergebnis ist wirklich ernüchternd.

Corona sorgt für starkes Übergewicht bei Kindern in Thüringen

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie wurden demnach in Thüringen mehr Grundschulkinder wegen starken Übergewichts behandelt. Die Zahl der Neuerkrankungen bei Adipositas von Kindern im Alter zwischen fünf und neun Jahren sei im Jahr 2020 um ganze 26 Prozent gestiegen, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit. Das liege deutlich über dem Wert bundesweit mit einem Zuwachs von 16 Prozent.

Bei den Zehn- bis 14-Jährigen hätten sich die Behandlungszahlen in Thüringen um drei Prozent erhöht. In der Altersgruppe zwischen 15 bis 17 Jahren seien sie dagegen um ein Viertel gesunken.

Corona in Thüringen führt zu mehr Depressionen bei Kindern

Für ihren Report werteten Wissenschaftler unter anderem der Universität Bielefeld im Auftrag der Kasse anonymisierte Abrechnungsdaten von rund 16.000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre in Thüringen aus, die bei der DAK-Gesundheit versichert waren. Die Daten basierten den Angaben zufolge damit auf fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen. Sie seien hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsverteilung repräsentativ für Thüringen.

+++ Corona in Thüringen: Das ist die aktuelle Lage +++

Auch bei Depressionen habe die Corona-Pandemie mit wochenlangem Lernen zu Hause und zweitweisen Schulschließungen negative Auswirkungen auf Kinder gehabt. 2020 seien rund acht Prozent mehr Mädchen und Jungen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren erstmals mit einer Depression ärztlich behandelt worden – eine Entwicklung gegen den Bundestrend mit einem Rückgang von drei Prozent. In der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen gab es dagegen in Thüringen einen Rückgang von rund sechs Prozent.

Corona verringert Alkoholkonsum von Kindern in Thüringen

Die Daten zeigten insgesamt einen dringenden Handlungsbedarf in einigen Bereichen der Kinder- und Jugendgesundheit, erklärte der Landeschef der DAK-Gesundheit, Marcus Kaiser. Dabei sollten psychische Gesundheit, gesunde Ernährung und Sport eine wichtige Rolle spielen.

Allerdings gibt es auch eine erfreuliche Nachricht: Es mussten 15 Prozent weniger Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus oder in Arztpraxen behandelt werden. Im Bundesdurchschnitt seien es sogar 28 Prozent weniger gewesen. Auch wegen des Konsums von Cannabis gingen die Behandlungen in Thüringen um 19 Prozent zurück.

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Außerdem haben sich weniger Kinder und Jugendliche mit Infektionskrankheiten angesteckt. Im Vergleich zu 2019 verringerte sich die Zahl in Thüringen um 17 Prozent. Das läge an den Kontaktbeschränkungen und starken Hygienevorschriften. (dpa/red.)