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Eisenberg: Rassismus beim Mohrenfest? „Wir fordern die Umbenennung“

Eisenberg: Rassismus beim Mohrenfest? „Wir fordern die Umbenennung“

© IMAGO / Karina Hessland

Thüringen: So schön ist das Bundesland

Eisenberg. 

Jahr für Jahr gibt’s Ärger in Eisenberg. Grund ist das beliebte Mohrenfest, das die Innenstadt in eine bunte Party-Meile verwandelt.

Doch nicht jeder Bürger kommt in Feierstimmung. Eine Initiative aus Eisenberg und dem Saale-Holzland-Kreis erhebt harte Vorwürfe. Ist das Mohrenfest wirklich rassistisch?

Eisenberg: So sieht die Forderung aus

Vom 17. bis 19. Juni feiert Eisenberg sein drittes Mohrenfest – und kassiert das dritte Mal ordentlich Kritik. Erst 2019 wurde das Stadtfest umbenannt und stellt seitdem Bezug auf den Mohrenbrunnen und das Denkmal am Markt her. Die Figur stellt einen halbnackten schwarzen Menschen dar, der einen Federrock trägt und in ein Horn pustet.

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Das ist das „Mohrenfest“ in Eisenberg:

  • Eines der größten Feste im Saale-Holzland-Kreis
  • Mitmach-Aktionen, Bühnenshows, Einkaufserlebnisse
  • Bietet Kulturangebote und Informationsstände
  • Findet am Markt, Schlossgarten, Scheithof und Steinweg statt

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Das missfällt aber vielen Bürgern. Das Antidiskiminierungsnetzwerk ruft zu einer Demonstration gegen die Festlichkeiten auf. „Wir fordern die Umbenennung des Festes und die klare Positionierung der Stadt gegen Rassismus und diesen Namen des Stadtfestes“, heißt es in einem öffentlichen Aufruf.

Eisenberg: DAS sagen die Streithähne

„Ein kritischer Umgang mit diesen rassistischen Klischees wurde zuletzt völlig außer Acht gelassen, die Stadt stellt sich stur, ist nicht kompromissbereit. Eisenberg, es reicht!“, sagt Rea Mauersberger vom Antidiskiminierungsnetzwerk im Gespräch mit der „Bild“.

„Für uns als Stadt ist klar, dass bei diesem Namen kein diskriminierender Aspekt im Vordergrund steht, sondern die positive Aussage der Mohrensage“, argumentiert Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) dagegen.

Eisenberg gibt Schuld durch Festlichkeiten zu

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Doch die „Bild“ hat in den Geschichtsbüchern geblättert. Laut Saga habe ein mitgebrachter „Mohr“ die Kette der Gräfin gestohlen – dafür drohte ihm die Enthauptung. Glücklicherweise tauchte das verlorene Schmuckstück davor jedoch auf, so dass der Sklave wieder frei kam. Ihm zu Ehre finden jetzt die Festlichkeiten statt.

Dafür verwandelt sich die ganze Innenstadt von Eisenberg in ein buntes Straßenspektakel mit Kunst, Kultur und viel Stadtgeschichte. (mbe)