Erfurt: Großer Andrang bei Demo gegen Corona-Maßnahmen – Teilnehmer wollen Polizei auf ihre Seite locken

 Polizeibeamte stehen bei einer Kundgebung "Thüringen steht zusammen" gegen die Corona-Maßnahmen auf dem Domplatz in Erfurt.
Polizeibeamte stehen bei einer Kundgebung "Thüringen steht zusammen" gegen die Corona-Maßnahmen auf dem Domplatz in Erfurt.
Foto: Bodo Schackow/dpa

Erfurt. Kurz vor dem geplanten Inkrafttreten einer neuen Corona-Verordnung in Thüringen haben in Erfurt rund 1.000 Menschen gegen die Anti-Corona-Regeln demonstriert.

Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei Erfurt wurde am Samstag die nach der geltenden Verordnung maximal mögliche Teilnehmerzahl von 1.000 erreicht.

Polizei Erfurt muss Leute zurückweisen

Weitere Teilnehmer seien von der Polizei zurückgewiesen worden. Angemeldet waren 500 Teilnehmer. Laut Polizei Erfurt gab es vereinzelt Verstöße gegen die Auflagen für die Versammlung - etwa gegen die Pflicht, eine Maske zu tragen.

In den reden wurden Masken als „Hitlergruß unserer Zeit“ bezeichnet. Ministerpräsident Bodo Ramelow sei ein „Neonazi-Kommunist“. Die „Lügenregierung in Berlin“ müsse sofort zurücktreten. Auch Reichsbürger-Duktus war zu hören: Weder die Bundes- noch die Landesregoerung erkenne man an.

Laut der „Thüringer Allgemeinen Zeitung“ wollten die Teilnehmer die Polizisten immer wieder überreden, sich mit ihnen zu solidarisieren, die Absperrgitter zu öffnen und die Corona-Schutzmaßnahmen missachten.

Darauf gingen die Beamten aber nicht ein. Im Gegenteil. Es habe vier Strafanzeigen - etwa wegen Beleidigung - gegeben, sechs Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz sowie eine Gewahrsamnahme und 60 Identitätsfeststellungen. Insgesamt sei die Versammlung unter dem Motto „Schluss mit: Eingriffe in Freiheit und Selbstbestimmung“ friedlich verlaufen, bilanzierte die Polizei am Samstagabend.

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