Erfurter werfen mehrere Blumensträuße vor den Landtag – DAS steckt dahinter

Erfurt haben Blumensträße vor den Landtag geworfen. Dahinter steckt ein Protest.
Erfurt haben Blumensträße vor den Landtag geworfen. Dahinter steckt ein Protest.
Foto: Sebastian Haak/dpa

Und plötzlich liegen zahlreiche Blumensträuße vor dem Landtag in Erfurt...

Genau das ist am Freitag in Erfurt passiert. Dahinter steckt eine Protestaktion.

Erfurt: Protestler werfen Blumensträuße vor den Landtag

Ein Jahr nach der Wahl von Thüringens Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) mit Stimmen der AfD haben Demonstranten Blumen vor den Landtag in Erfurt geworfen. Mit der Aktion am Freitag spielten sie auf eine Szene vom 5. Februar 2020 an, als die Linke-Fraktionsvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow dem frisch gewählten Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße warf statt ihm zu gratulieren.

Vertreter von zivilgesellschaftlichen Zusammenschlüssen und Organisationen erinnerten auf diese Weise daran, dass es aus ihrer Sicht vor allem die Proteste in ganz Deutschland nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten waren, die ihn schließlich zum Rücktritt zwangen.

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DAS war der Kemmerich-Eklat in Thüringen

Kemmerich war am 5. Februar 2020 mit Stimmen von AfD, CDU und FDP zum neuen Regierungschef gewählt worden. Er nahm die Wahl an und sorgte damit bundesweit für Empörung. Drei Tage nach der Wahl trat er zurück.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Bezirk Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, sagte unmittelbar vor dem neuerlichen Blumenwurf, diese Proteste seien „ermutigend“ gewesen. Sie hätten dafür gesorgt, dass Kemmerich „aus dem Amt gejagt“ worden sei – nichts anderes. Deshalb würden sie bis heute ein Beispiel geben. „Wir müssen nicht tolerant denen gegenüber sein, die die Toleranz abschaffen wollen“, sagte Rudolph.

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„Die Zivilgesellschaft wird diesen Tabubruch nie vergessen“

Die Projektleiterin der Demokratieberater von Mobit, Romy Arnold, sagte: „Die Zivilgesellschaft wird diesen Tabubruch nie vergessen.“ Ein Vertreter der Fridays-for-Future-Bewegung, Marvin Volk, äußerte sich ähnlich: „Die Wahl von Thomas Kemmerich, der bewusste Pakt von CDU und FDP mit Faschisten, ist nicht vergessen.“ (dpa)