Erfurterin verleiht umstrittener Brücke neuen Namen – Stadtwerke lüften das Geheimnis

Die Energiebrücke in Erfurt ist umstritten.
Die Energiebrücke in Erfurt ist umstritten.
Foto: Privat / privat

Erfurt. Brückentaufe in Erfurt! Die Energiebrücke über die Gera im Kilianpark in Erfurt hat einen Namen bekommen.

Die Brücke gilt aus Tierschutzgründen als umstritten, doch auch in dieser Hinsicht verkünden die Stadtwerke Neues.

Erfurt: Brücke erhält neuen Namen – deswegen ist sie umstritten

Über die Kilianbrücke wird Fernwärme in großen Rohren von einer Seite der Gera auf die andere transportiert. Das bisher namenlose Bauwerk trägt nun den Namen „NordLicht“. Erdacht hat ihn eine Frau aus Erfurt. Wieso der Name passt? „'NordLicht' repräsentiert den Energiefluss innerhalb der Fernwärmetrasse mit einem raffinierten Spiel aus Licht und Reflexion“, erklären die Stadtwerke die Wahl.

Doch gerade dieses „raffinierte Spiel“ hat in der Vergangenheit für Probleme gesorgt. Für die Reflexionen wurden im Rahmen eines Kunstprojekts große Spiegel an der Brücke angebracht. Sie sollen die Fernwärmerohre an der Brücke im Rahmen der Buga Erfurt optisch besser in ihr Umfeld integrieren, erklärte ein Sprecher der Stadtwerke unserer Redaktion im März.

Diese Spiegel stellten sich für Vögel allerdings als tödlich heraus: Immer wieder krachten die Tiere im Flug dagegen, fielen zu Boden und verendeten.

Erfurt: Nabu kritisiert Energiebrücke – aus diesem Grund

Das sorgte für Kritik von Seiten des Naturschutzbund (Nabu) in Thüringen. „Die Spiegel sind genauso gefährlich wie Glas und bilden ein unsichtbares Hindernis, durch das Vögel glauben, hindurch fliegen zu können“, erklärte ein Nabu-Sprecher damals gegenüber Thüringen24. Hier liest du die ganze Geschichte >>>

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Der Nabu forderte damals eine Lösung, die das Leben der Tiere rette und der Dekoration an der Brücke zugleich ihren Charakter beließ.

Gera-Brücke in Erfurt: Diese Maßnahme soll Vögel retten

Jetzt verkünden die Stadtwerke nicht nur den neuen Namen, sondern auch in dieser Hinsicht Vollzug: Ein senkrechtes schwarzes Streifenmuster durchbricht nun die glatte Fläche eines jeden einzelnen Spiegels. Für diese Lösung habe man eng mit dem BUND und dem Umweltamt für Vogelschutz zusammengearbeitet.

Auch der Nabu dürfte mit der Maßnahme zufrieden sein: Senkrechte Streifen zählen laut Experten zu den besonders geeigneten Mustern, um dem Vogel anzuzeigen, dass der Durchflug an dieser Stelle nicht möglich ist. (vh)