Erfurt: Mann will Seniorin küssen – für die 86-Jährige endet es mit dem Tod

Der Fall wird seit Donnerstag vor dem Landgericht Erfurt verhandelt.
Der Fall wird seit Donnerstag vor dem Landgericht Erfurt verhandelt.
Foto: imago images / Jacob Schröter

Schreckliche Geschichte aus Erfurt!

Ein 58 Jahre alter Mann steht seit Donnerstag vor dem Landgericht in Erfurt. Ihm werden Totschlag und Unterschlagung vorgeworfen. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Erfurter Gericht verhandelt schlimme Tat im Ilm-Kreis

Zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Erfurt hat ein 58 Jahre alte Mann gestanden, ein Seniorin getötet zu haben. „Ich wollte mich entschuldigen, was ich gemacht habe“, sagte er am Donnerstag an den Richter gewandt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im November 2020 in Geraberg (Ilm-Kreis) eine 86-jährige Frau getötet zu haben. Er hatte laut Anklage spontan versucht, die Seniorin auf den Mund zu küssen.

Nachdem diese seinen Annäherungsversuch abwehrte und zu schreien begann, soll der Beschuldigte ihr so lange einen Lappen auf Nase und Mund gepresst haben, bis sie erstickte. Dabei soll er den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen haben, sagte die Staatsanwaltschaft beim Prozessauftakt. Nach der Tat soll er noch ihre Geldbörse gestohlen haben.

In der internationalen Debatte wird für die Tötung von Frauen - weil sie Frauen sind - das Wort Femizid verwandt. Auch in Deutschland setzt sich der Begriff immer mehr durch.

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Das ist das Landgericht Erfurt:

  • das Gericht hat seinen Sitz in Erfurt
  • untergebracht am Domplatz 37
  • der Landgerichtsbezirk umfasst die Bezirke der ihm untergeordneten Amtsgerichte Apolda, Arnstadt, Erfurt, Gotha, Sömmerda und Weimar

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+++ Buga Erfurt am Petersberg verschandelt! DAS hat jemand dorthin geschmiert +++

„Ich wollte sie küssen, aber das wollte sie nicht. Und dann hat sie geschrien und das wollte ich nicht“, sagte der Angeklagte. „Ich weiß, dass das nicht richtig war, was ich gemacht habe.“

Der Richter versicherte ihm, dass er die Entschuldigung gleich zu Anfang zur Kenntnis genommen habe. Seine Fragen bezüglich des Tathergangs an den Angeklagten musste er allerdings mehrfach wiederholen. Die Verteidigerin des Angeklagten bat ihn schließlich darum, seine Fragen im gemeinsamen Interesse kurz und in leichter Sprache zu formulieren.

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Angeklagter gab freiwillig Speichelprobe ab

Bereits im November hatte ihr Mandant, als die Polizei in der Nachbarschaft des Tatorts Vergleichsproben eingesammelt hatte, freiwillig eine Speichelprobe abgegeben. Im Zuge der Ermittlungen hatte er sich noch vor einer Festnahme selbst der Polizei gestellt und ist seitdem in Untersuchungshaft. Zum Auftakt wurde der Polizist, der das Geständnis aufgenommen hatte, als Zeuge gehört.

Er beschrieb den Angeklagten als „ruhig, gefasst und emotionslos“, sagte aber auch, dass das wohl seinem Wesenszug entspreche. Das Gespräch habe sich insgesamt schwierig gestaltet. Der anwesende Gutachter attestierte dem Angeklagten bereits vor seiner Anhörung zur Einordnung für den Richter einen Intelligenzquotienten „im unteren Normbereich“.

Bis zum 10. Juni sind zunächst drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Eine Verurteilung wegen Totschlags könnte dem Angeklagten laut Strafgesetzbuch mindestens fünf Jahre Haft einbringen. (dpa)