Erfurt: Rechtsradikale Gewalt – so groß ist die Nazi-Szene in der Hauptstadt mittlerweile

In Erfurt ist die rechte Szene mittlerweile beheimatet. Es gab mehrere Vorfälle. (Symbolbild)
In Erfurt ist die rechte Szene mittlerweile beheimatet. Es gab mehrere Vorfälle. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Reichwein

Erfurt. Wie rechtsradikal ist Erfurt? Wie viele Nazis leben in der Hauptstadt? So groß ist die Szene in Erfurt mittlerweile.

Die Polizei Thüringen hat in Erfurt in Jahr 2020 zahlreiche Straftaten registriert, die mutmaßlich rechtsmotiviert waren.

Erfurt: 150 Delikte in einem Jahr

Die das Innenministerium auf Nachfrage von Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss mitteilt, sind rund 150 solcher Delikte im vergangenen Jahr verübt worden.

Darunter: Mehrere Körperverletzungen, Nötigungen und Bedrohungen. In Erfurt soll sich mit der Zeit eine große rechtsextreme Szene gebildet haben. „Dem rechtsextremistischen Spektrum in der Stadt Erfurt wird eine Personenstärke im unteren dreistelligen Bereich zugeordnet“, so das Innenministerium.

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Rechtsradikale in Erfurt (Stand November 2020):

  • Anteil rechtsextremer Einstellungen: 15 Prozent
  • Anzahl an Demonstrationen: 144
  • Anzahl an Konzerten: 33
  • Angriffe: 202
  • Politische motivierte Straftaten – rechts: 991 (Quelle: Uni Jena)

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Diese Einschätzung der Sicherheitsbehörden deckt sich auch mit Erkenntnissen von zivilgesellschaftlichen Gruppen wie beispielsweise der Opferberatung von ezra.

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Aber: Nicht nur in Städten wie Erfurt leben Rechtsradikale. Häufig wählen die Nazis den ländlichen Räumen in Thüringen als Rückzugsort. (ldi/dpa)