Erfurt: Schwimmbad-Preise werden teurer – DLRG befürchtet eine schlimme Konsequenz

Das „Wildbaden“ kann nach Einschätzung des DLRG-Erfurt schnell gefährlich werden. (Symbolbild)
Das „Wildbaden“ kann nach Einschätzung des DLRG-Erfurt schnell gefährlich werden. (Symbolbild)
Foto: picture alliance / Daniel Bockwoldt | Daniel Bockwoldt

Erfurt. Der Sprung ins kalte Nass kostet ab Juli in Erfurt unter Umständen mehr. In den von den Stadtwerken betriebenen Schwimmbädern werden die Eintrittspreise angehoben.

Die DLRG in Erfurt verfolgt diese Entwicklung mit Sorge. Sie befürchten, dass die Preiserhöhung eine gefährliche Konsequenz nach sich ziehen könnte.

Erfurt: DLRG warnt vor den Gefahren von „Wildbaden“

„Gerade hier in Erfurt, wo wir nun viele Baggerseen haben, werden viele sich sagen: Dann spare ich mir das Geld“, befürchtet Uwe Richter von der DLRG-Erfurt im Gespräch mit Thüringen24. Er ist der Verantwortliche für Katastrophenschutz in der Stadt.

„Dann fahren die Leute an die umliegenden Baggerseen und stürzen sich dort sozusagen ‚schwarz‘ ins kühle Nass.“ Wegen einer ganzen Reihe von Faktoren könnte aber genau das sehr gefährlich werden, meint Richter.

Baggerseen um Erfurt bis zu zehn Meter tief

„Zunächst einmal ist da der Umstand, dass keine direkte Hilfe, wie etwa ein Schwimmmeister da ist. Und selbst, wenn jemand vor Ort ist und aufpasst, haben sie nicht die Wassersicht, die sie zum Beispiel in einem Schwimmbad hätten“, so der DLRG-Ehrenamtliche. Die Wasserqualität in den Baggerseen müsse dabei gar nicht schlecht sein.

+++ Erfurt: Schwimmbäder erhöhen Preise! SO viel mehr kostet der Eintritt ab Juli +++

„Es könnte aber sein, dass etwas im Wasser ist, das da nicht hingehört. Scherben zum Beispiel. Das kann man im Seewasser einfach nicht so gut sehen.“

Hinzu kommt, dass in die Baggerseen um Erfurt gerne einmal drei bis zehn Meter tief werden können. „Da kann nicht jeder Familienpapa zehn Meter tief tauchen, um jemanden hochzuholen“, sagt Richter.

Gefährliche Strömungen in den Seen um Erfurt

Bei derartigen Tiefen können außerdem schnell kalte Strömungen entstehen, die vor allem ungeübte Schwimmer überraschen können.

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Sollte dann der Ernstfall eintreffen, kommt noch eine weiteres Problem hinzu: „Wenn man den Notruf wählt ist beim Schwarzbaden die Erklärungsnot oft groß“, sagt Richter. „Die Rettung wird verzögert, weil man nicht genau weiß, wo man ist.“

Aus diesen Gründen rät der DLRG-Experte unbedingt davon ab – trotz der Preiserhöhungen – an unbewachten Seen „wild“ zu baden. „Die Risiken sind viel höher als die Kosten, die man spart.“ (bp)