Mietanstieg durch Zuzug: Droht Thüringen eine Wohnungsnot?

Die Mieten steigen nicht nur in Erfurt, Weimar und Jena. Auch in kleineren Städten steigen die Preise durch Landflucht nun an. (Symbolbild)
Die Mieten steigen nicht nur in Erfurt, Weimar und Jena. Auch in kleineren Städten steigen die Preise durch Landflucht nun an. (Symbolbild)
Foto: Martin Schutt/dpa

Die Landflucht schlägt sich auch in den Mietpreisen der kleineren und mittleren Städte Thüringens nieder. Erfurt, Jena oder Weimar boomen ohnehin schon länger. Droht in Zukunft eine Wohnungsnot?

Inzwischen legen auch die Mietpreise in kleineren Städten Thüringens zu. Wie aus dem am Donnerstag vorgestellten Preisspiegel Thüringen des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) hervorgeht, zahlen etwa Mieter in Gotha zwischen 4,50 und 7 Euro pro Quadratmeter für eine zwischen 1990 und 2000 neubezogene Wohnung.

Mietanstieg in kleineren Städten

"Wir beobachten einen Anstieg in Städten, die bisher von der Preisentwicklung abgekoppelt waren“, sagte das IVD-Vorstandsmitglied Jörg Wanke auf der Immobilienfachtagung Thüringen in Erfurt. Auch in Gera, Eisenach und Apolda sei das zu beobachten. Das Realeinkommen vieler Thüringer sei gestiegen und so seien sie bereit, für mehr Lebensqualität mehr in ihren Wohnraum zu investieren.

Pendler durch zu teure Wohnungen

Auch die Preise in den „Boom-Städten“ Erfurt, Weimar und Jena hätten angezogen, berichtete Wanke. Zwischen 7 und 11,50 Euro bezahlen Mieter pro Quadratmeter etwa in Erfurt, zwischen 7,50 und 11 Euro in Jena und zwischen 6,25 und 11 Euro in Weimar. Die Lage in diesen Städten sei angespannt, aber es herrsche keine Wohnungsnot. Wer nicht die Wunschwohnung zum Wunschpreis bekomme, weiche mitunter aus und pendle. „Arnstadt profitiert etwa von der Entwicklung in Erfurt.“

Stabilisierung erwartet

Die Befürchtung, dass städtischer Wohnraum künftig nicht bezahlbar sein wird, teilt der Immobilien-Experte nicht. In den nächsten Jahren rechnet er noch mit Preiserhöhungen bei Altbeständen, bei Neuvermietungen würden sich die Quadratmeterkosten aber stabilisieren.

Wohnungsmarkt wichtig für Fachkräfte

Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kritisierte auf dem Fachtag die Lage in den Städten. Die Wohnsituation dort spiele bei der Gewinnung von Fachkräften eine wichtige Rolle. Auch mit Blick auf den Wirtschaftsstandort sei es wichtig, dass Thüringen im Immobiliensektor angebotsfähig und bezahlbar bleibe.

Junge Familie förderm

Ein Grundproblem für den Druck auf den städtischen Wohnungsmarkt liegt Wanke zufolge in der Landflucht. Um für junge Leute das Landleben attraktiver zu machen, fordert er eine Befreiung junger Familien bei der Grunderwerbssteuer. Das binde sie an den Ort und steigere die bisher geringer Eigenheimquote Thüringens.

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Autodiebe haben in Jena, Weimar und Kahla seit Mitte August bereits 31 Fahrzeuge entwendet. Ihre Lieblingsmarke: Audi. (Symbolfoto)
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