Jena: Parkplatz-Not in der Innenstadt – ist DAS die Lösung?

Die Uni Jena hat etwas entwickelt, dass bei der Parkplatz-Not in der Stadt helfen soll.
Die Uni Jena hat etwas entwickelt, dass bei der Parkplatz-Not in der Stadt helfen soll.
Foto: IMAGO / Bild13; Nils Boysen/Uni Jena (Montage: Thüringen24)

Jena. Mal eben schnell nach Jena in die Innenstadt fahren und etwas erledigen? Klingt einfach, ist es aber nicht immer. Denn wenn noch viele andere diese Idee haben, beginnt der Kampf um die freien Parkplätze. Doch es gibt vielleicht eine Lösung.

Denn Forscher der Uni Jena haben sich der Parkplatz-Problematik angenommen und ein Lösungsmodell entwickelt. Denn Autofahrer wollen mehr bezahlbare Parkplätze. Auch wünschen sich Fußgänger mehr Platz auf den Gehwegen. Elektroroller sind auch kaum berücksichtigt.

Jena: Computeralgorithmus soll helfen

Genau damit haben sich Prof. Nils Boysen und Dr. Konrad Stephan vom Lehrstuhl für Operations Management der Uni Jena in einem Projekt befasst. Sie arbeiten daran, urbanen Raum in Jena zu gewinnen, ohne dabei einer Gruppe von Verkehrsteilnehmern Platz wegzunehmen. Eine entscheidende Rolle dabei spielen optimierte Parkplatzlayouts.

Die Forscher schauen sich den Grundriss eines Parkplatzes genau an und versehen ihn mit einem Raster. Dann suchen sie die jeweils maximal mögliche Anzahl von Stellplätzen, so dass von jedem Stellplatz aus die Zufahrt des Parkplatzes erreichbar ist.

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Das ist Jena:

  • ist eine kreisfreie Großstadt in Thüringen
  • ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens
  • ist eines der drei Oberzentren in Thüringen
  • ist durch die beiden Hochschulen „Friedrich-Schiller-Universität Jena“ und „Ernst-Abbe-Hochschule Jena“ eine Universitätsstadt
  • seit Juli 2018 ist Thomas Nitzsche (FDP) amtierender Oberbürgermeister

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Mit intelligenten und leistungsfähigen Computeralgorithmen soll das auch für größere Parkplätze möglich sein. Die Forscher aus Jena haben das selbst entwickelt, programmiert und getestet.

„Für rechteckige Grundflächen ist das alles recht einfach. Spätestens aber, wenn die Pfeiler eines Parkhauses, Hindernisse wie Bäume oder eine unregelmäßige Grundfläche berücksichtigt werden müssen, kann unser Algorithmus dem menschlichen Planer schon sehr helfen“, sagt Dr. Konrad Stephan.

Jena: 25 Prozent mehr Autos finden einen Platz

Mit Hilfe von Studenten haben die beiden Luftaufnahmen von Hunderten Parkplätzen in Jena und ganz Deutschland gemacht und ausgewertet. „Es ist erschreckend zu sehen, wieviel Platz häufig verschwendet wird“, so Nils Boysen.

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Ihr System zeigen sie exemplarisch an der Schlossgasse in Jena (Bild oben). Hier können bisher maximal 64 Fahrzeuge geparkt werden. Das neue Parkplatzlayout des Computeralgorithmus ordnet Fahrspuren und Stellplätze neu an und schafft es, 77 Autos auf der gleichen Fläche unterzubringen.

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So sollen bundesweit 25 Prozent mehr Autos einen Parkplatz finden können bei gleicher Parkfläche. „Wir können entweder 104 Autos mehr auf der bestehenden Parkplatzfläche parken oder einen der großen Parkplätze einfach ganz schließen und etwa einen Stadtpark daraus machen, ohne dass im Vergleich zur jetzigen Situation auch nur ein Stellplatz verloren geht“, so Professor Boysen. (ldi)