Jena: Er stand kurz vor dem Bundesliga-Durchbruch – jetzt verdient er „1.100 und Zerquetschte netto“

Ein Bild aus 2018: Kevin Pannewitz wird von Jena-Fans gefeiert. Heute fegt er durch die Straßen Berlins.
Ein Bild aus 2018: Kevin Pannewitz wird von Jena-Fans gefeiert. Heute fegt er durch die Straßen Berlins.
Foto: IMAGO / Matthias Koch/ Screenshot Instagram

Berlin/Jena. Einst spielte er für Carl-Zeiss Jena – mit mäßigem Erfolg. Nach 26 Partien für die Erstvertretung und einem Tor, zog es Kevin Pannewitz weiter.

Fußball spielt der ehemalige Jena-Profi zwar immer noch, doch seine rund 14.000 Instagram-Follower überraschte der 29-Jährige am Donnerstag mit seinem neuen Job.

Er kickte einst für Jena, jetzt fegt er die Berliner Straßen

In orangener Arbeitskleidung sprach der frühere Fußball-Profi über seine Aufgabe in Berlin. „Ich arbeite bei der Stadtreinigung als Straßenfeger“, sagte Pannewitz: „Ich verdiene 1.100 und Zerquetschte netto, ich habe 1.200 Stunden im Jahr, die ich arbeiten muss.“

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Nach mehreren Ausflügen in Reality-TV-Shows („Kampf der Realitystars“) und andauernden Gewichtsproblemen hat Pannewitz dem professionellen Fußball endgültig den Rücken gekehrt. „Wenn ich gut bin, kann ich übernommen werden. Wenn ich scheiße bin, dann nicht“, sagte er.

Am späten Vormittag war nur noch ein Teil der Instagram-Story abrufbar, in dem sich Pannewitz in seiner Arbeitsmontur verabschiedete: „Ich muss los. Bis später.“

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Selbst Felix Magath biss sich an Pannewitz die Zähne aus

Der Mittelfeldspieler hatte schon mit 17 Jahren sein Zweitliga-Debüt bei Hansa Rostock gegeben. Nach Eskapaden mit Ausflügen ins Nachtleben wechselte er zum VfL Wolfsburg. Doch auch der damalige VfL-Trainer Felix Magath bekam das große Talent nicht in die Spur.

In der Folge spielte Pannewitz unterklassig, jobbte nebenbei für eine Handelskette und schleppte Kühlschränke und Waschmaschinen in Wohnungen.

2018 schaffte er bei Carl Zeiss Jena den Sprung zurück in die 3. Liga, wo ihm jedoch nach einem Jahr wegen Übergewichtes wieder gekündigt wurde. Zuletzt spielte er beim FC Amed in seiner Heimatstadt Berlin in der Kreisliga. (mb mit sid)