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Jena: Klima-Kleber sorgen für Chaos – jetzt hat es auch Thüringen erwischt

Jeder kennt die Szenen aus Berlin: Klimaschützer kleben auf der Straße. Jetzt klebt sich die „Letzte Generation“ auf die Straßen in Jena.

© Letzte Generation

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Klima-Kleber haben am Montagmorgen in Jena für Chaos gesorgt.

Jena: Klima-Kleber am Paradiesbahnhof

Die Bilder der Menschen, die sich Straßen festgeklebt haben, gingen rund um den Globus. Jetzt haben sich die Klimaschützer der „Letzten Generation“ zum ersten Mal in Thüringen festgeklebt. Am Montagmorgen (6. Februar) starteten sie ihre Aktion in Jena – und zwar in der Knebelstraße / Ecke Fischergasse, wie die Polizei zu Thüringen24 sagte. Der Verkehr wurde entsprechend umgeleitet.

“Unsere Regierung kommt ihrer grundgesetzlichen Verpflichtung, unsere Lebensgrundlagen zu schützen, nicht nach. Wir rasen weiter in Richtung Klimakollaps, in Richtung Hitze, Hunger und Unbewohnbarkeit weiter Teile der Erde. Wir fordern die Regierung dazu auf, als Notfallsitzung einen Gesellschaftsrat einzuberufen, der die notwendigen Maßnahmen beschließt, um das Kippen in eine tödliche Heißzeit noch zu verhindern“, erklärt Lars in einer Mitteilung. Er ist einer der Engagierten in Jena.

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Der Protest der „Letzten Generation“ sorgte in Jena für ein ganz schönes Verkehrschaos. Foto: Letzte Generation

Die Klimaschützer bemängeln, dass einfachste Sicherheitsmaßnahmen gegen einen Klimakollaps, wie ein Tempolimit 100, trotz deutlichem Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung, nicht von der Regierung umgesetzt wurden. Die „friedliche Störaktion“ in Jena ist Teil von Protesten der „Letzten Generation“ in Städten in ganz Deutschland. Aktionen gab es am Montag unter anderem auch in Leipzig und in Magdeburg.

Jena: „Thüringen mit Angstmacherei verschonen“

Die Aktion der Klima-Kleber sorgte im Freistaat für eine heftige Diskussion. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt nahm in einem Kommentar kein Blatt vor dem Mund: „Mit solchen Aktionen erweisen die selbsternannten Klimaschützer ihrem vorgeblichen Ziel einen Bärendiest“, sagte er noch am Montag. Die „Letzte Generation“ spiele lieber mit der Furcht vor dem Weltuntergang, als tatsächlich für ihre Sache anzupacken, so Voigt weiter.

Diese Aktivisten sollten Thüringen mit ihrer Angstmacherei verschonen und nicht Menschen drangsalieren, die auf dem Weg zur Arbeit sind. Sachbeschädigung oder die Gefährdung des Straßenverkehrs haben nichts mit Klimaschutz zu tun.

Mario Voigt (CDU)

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Rückenwind für die Aktivisten gab es dagegen von der Fraktion Die Linke. „Ich stehe an der Seite der ‚Letzten Generation‘ und schließe mich der Forderung nach einer radikalen Wende in der deutschen Klimapolitik an“, sagte die klimapolitische Sprecherin der Fraktion, Katja Maurer.

Wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht eingehalten werden, wird der Stau heute Morgen unser kleinstes Problem sein.

Katja Maurer (Linke)

Laut der Stadt Jena wurde die letzte Person um 10.51 Uhr von der Straße gelöst und die Blockade beendet. (red / bp)