Wald in Thüringen: „Geheimsprache“ am Baum – das bedeuten die Zahlen, Striche und Kürzel

Bei einem Spaziergang durch die Wälder in Thüringen sind immer wieder mysteriöse Zeichen an den Bäumen zu sehen. Das steckt dahinter!
Bei einem Spaziergang durch die Wälder in Thüringen sind immer wieder mysteriöse Zeichen an den Bäumen zu sehen. Das steckt dahinter!
Foto: imago images / blickwinkel

Erfurt. Wenn du öfters mal im Wald in Thüringen unterwegs bist, dann sind dir bestimmt schon einmal die geheimnisvollen Zeichen aufgefallen.

Zahlen, Buchstabenkürzel oder einfache Striche an Bäumen – was den Waldwanderer in Thüringen ratlos macht, macht den Förster klug. Das steckt dahinter!

Wald in Thüringen: Das bedeuten die mysteriösen Zeichen an den Bäumen

An den Bäumen in den Wäldern Thüringens kann man sie erkennen. Farbmarkierungen, rätselhafte Buchstaben und Zahlen. „Das macht Waldwanderer oft ratlos“, so Horst Sproßmann von der Thüringen-Forst-Zentrale.

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Thüringer Wälder – ein paar Zahlen:

  • 330 Millionen Bäume wachsen in ganz Thüringen
  • 62 Prozent der Bäume in den Wäldern sind Nadelbäume
  • 5,8 Millionen Kubikmeter Holz wachsen jährlich im Wald dazu
  • über 10,000 Arten Wirbellose Tiere (Insekten, Würmer etc.) leben in Thüringer Wäldern
  • über 2000 Pflanzenarten und über 3000 Pilzarten gibt es

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Wer dagegen die „Geheimschrift“ der Förster zu lesen wisse, dem erschließen sich auch als Laie interessante Details.

Das bedeuten die Zeichen im Wald:

Weißer oder grüner Farbring oder Punkt

Wenn ein Baum in den Augen eines Försters besonders wertvoll ist, dann markiert er den Stamm mit einem grünen oder weißen Farbring oder Punkt – diesen Prozess nennt man Auslese, erklärt Sprossmann. Eine vitale Krone und ein langer gerader gewachsener Stamm ohne Schadmerkmale kennzeichnen solche „Zukunftsbäume“.

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Roter Diagonalstrich: Der Bedränger muss weichen

Die „Zukunftsbäume“ sind das „Kapital des Försters“ und sollen in den nächsten Jahrzehnten gezielt „Speck ansetzen“ – dick werden. Damit dies geschieht, wird der Baum individuell gefördert und konkurrierende Nachbarbäume (Bedränger) müssen weichen.

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H-Bäume: H – wie ökologisch besonders wertvoll

Bäume mit einem auffälligen H auf dem Stamm sind Habitatbäume. Diese haben Pilzkonsolen, Höhlen oder Horste, die von Vögeln und Insekten bewohnt werden. Durch die Markierung wird verhindert, dass dieser ökologisch wertvolle Baum gefällt wird oder in dessen Nähe störende Holzerntearbeiten ausgeführt werden.

Auch andere Buchstaben wie Kfür Käferbaum – tauchen auf.

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Doppelring – weil doppelt länger hält

Weiße Doppelringe kennzeichnen Besitzgrenzen, aber auch Bestands- und Abteilungsgrenzen im Wald. Damit schafft der Förster oder Waldbesitzer eine räumliche Ordnung im Wald – ähnlich wie auf einem Stadtplan.

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Beim nächsten Waldspaziergang solltest du also die Augen offen halten, ob dir ein mysteriöses Zeichen vielleicht bekannt vorkommt. (fno)