Wölfin in Thüringen darf doch nicht geschossen werden: Deshalb folgt jetzt die Kehrtwende!

Die Wölfin aus Ohrdruf (Thüringen) darf nicht mehr geschossen werden!
Die Wölfin aus Ohrdruf (Thüringen) darf nicht mehr geschossen werden!
Foto: dpa/TMUEN/Tom Wetzling

Es gibt eine neue Wende im Fall um den Wolf in Thüringen!

Thüringens bekannteste Wölfin am Truppenübungsplatz in Ohrdruf darf nun doch nicht geschossen werden. Doch warum die plötzliche Kehrtwende?

Wölfin in Thüringen riss immer wieder Schafe

Der Abschuss der Ohrdrufer Wölfin ist vorerst vom Tisch. Das Umweltministerium habe die Ausnahmegenehmigung zur Tötung des Tieres nach Ablauf des vergangenen Jahres nicht mehr erneuern lassen, teilte das Ministerium am Dienstag mit.

----------------------------

Wölfe in Thüringen

  • Genaue Anzahl der Wölfe in Thüringen ist unklar
  • Freistaat gilt als Durchgangsland für die Tiere
  • Ohrdrufer Wölfin ist circa seit 2014 auf Truppenübungsplatz nahe Gotha heimisch
  • sie brachte bereits mehrere Wolfshybriden zur Welt nach Paarung mit Hund
  • einige der Hybriden wurden aus Naturschutzgründen abgeschossen
  • zwei von ihnen sind bisher unauffindbar

-----------------------------

+++ Thüringen: Nach Wolf ist nun auch DIESES Raubtier zurück im Freistaat +++

Ins Fadenkreuz war die Wölfin gekommen, weil sie früher nachweislich immer wieder auch hohe Schutzzäune überwunden und viele Schafe gerissen hatte. Dadurch sei Schäfern erheblicher Schaden entstanden. Die Naturschutzorganisationen Nabu und BUND hatten allerdings gegen den Abschuss der eigentlich streng geschützten Wölfin geklagt.

Ursprünglich hätte in der Sache kommende Woche am Verwaltungsgericht Gera verhandelt werden sollen. Doch nun lassen die Organisationen die Klage fallen.

-----------------------------

Mehr aus Thüringen:

-----------------------------

Deshalb darf die Wölfin nicht mehr geschossen werden

Der Abschuss sei derzeit nicht mehr verhältnismäßig, sagte der Umweltstaatssekretär Olaf Möller. Verbesserte Maßnahmen zum Schutz von Schafherden vor Wolfsangriffen zeigten Wirkung. „Die Schutzzäune, die Beratungen und schließlich das Projekt mit Herdenschutzhunden haben die Zahl der Übergriffe deutlich gesenkt“, sagte Möller. Gleichzeitig räumte er ein: „Wenn sich die Situationen wieder ändern sollte, werden wir das neu bewerten müssen.“

+++ Thüringen: Erster Wolfsnachwuchs seit 150 Jahren – diese Gefahr könnte ihm das Leben kosten +++

Die Wölfin lebt mit einem kleinen Rudel nahe Ohrdruf. Ihre wohl im Frühjahr 2020 geborenen Jungtiere gelten als erster bekannter Wolfnachwuchs in Thüringen seit 150 Jahren. (fno/dpa)