Thüringen: Beliebte Modekette ist pleite – diese Läden im Land sind betroffen

Thüringen: Eine beliebte Modekette hat die Corona-Krise nicht überstanden und ist nun pleite.  (Symbolbild)
Thüringen: Eine beliebte Modekette hat die Corona-Krise nicht überstanden und ist nun pleite. (Symbolbild)
Foto: dpa

Thüringen. Die Corona-Krise zwingt selbst große Modeketten in die Knie. Wie nun bekannt geworden ist, hat eine beliebte Modekette Insolvenz angemeldet. Es sind mehrere Läden in Thüringen betroffen.

Thüringen: Beliebte Modekette meldet Insolvenz an

Es bahnte sich bereits im Frühjahr 2020 an, als diverse Geschäfte - in Thüringen wie auch in ganz Deutschland - wegen des Lockdowns schließen mussten. Die ausbleibenden Einnahmen und die fortlaufenden Kosten stellte die Ladeninhaber vor neue Herausforderungen. Nun hat die Modekette Adler endgültig das Handtuch geworfen: Wegen Überschuldung stellte sie Antrag auf Insolvenz.

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Das Landgericht Aschaffenburg hat am Montag den Eingang eines Insolvenzantrages der Adler Modemärkte AG bestätigt. Es sei ein Gutachter damit beauftragt worden, zu prüfen, ob die Abwicklung der Insolvenz in Eigenverantwortung möglich sei, sagte der zuständige Insolvenzrichter Jürgen Roth der Deutschen Presse-Agentur. Das börsennotierte Unternehmen hatte zuvor am Sonntag mitgeteilt, wegen Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt zu haben. Grund dafür sei der Corona-Lockdown.

Ziel sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei soll der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt werden. Adler hat in Thüringen sechs Modemärkte. Betroffen sind damit die Geschäften in folgenden Städten:

  • Gotha
  • Erfurt
  • Jena
  • Eisenach
  • Altenburg
  • Gera

„Trotz intensiver Bemühungen war es der Gesellschaft nicht möglich, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds durch Investoren zu schließen“, heißt es vom Unternehmen.

Der Vorstand bleibe weiterhin verwaltungs- und verfügungsbefugt. Zur Unterstützung habe der Vorstand den Rechtsanwalt Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten bestellt. Auch die Adler Mode GmbH, die Adler Orange GmbH & Co. KG und die Adler Orange Verwaltung GmbH - jeweils 100-prozentige Tochtergesellschaften - hätten beschlossen, beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zu stellen.

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Geschäfte im Ausland nicht betroffen

Die Adler Modemärkte AG mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg gehören zu den größten Textileinzelhändlern in Deutschland. Die Gruppe setzte 495,4 Millionen Euro im Jahr 2019 um. Adler beschäftigte zuletzt 3350 Mitarbeiter und betreibt 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland. Die ausländischen Töchter seien nicht von der Insolvenz betroffen, hieß es.

Wie andere Unternehmen aus der Modebranche hat Adler, einst im sächsischen Annaberg gegründet, eine bewegte Geschichte hinter sich. Firmengründer Wolfgang Adler verkaufte sein Unternehmen Anfang der 1980er Jahre an den Metro-Konzern. Später wechselte Adler mehrmals den Besitzer, unter anderem griffen Finanzinvestoren zu. (dpa mit nk)