Corona in Thüringen: Mann (92) steckt sich in Klinik an und stirbt – „Darüber komme ich nicht hinweg!“

Corona in Thüringen: Ein Mann infizierte sich im Krankenhaus, wenig später war er tot. Jetzt werden harte Vorwürfe seiner Frau laut. (Symbolbild)
Corona in Thüringen: Ein Mann infizierte sich im Krankenhaus, wenig später war er tot. Jetzt werden harte Vorwürfe seiner Frau laut. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Agencia EFE

Thüringen. In Thüringen hat sich ein trauriges Schicksal ereignet: Ein Mann (92) steckte sich in einer Klinik mit Corona an, wenig später starb er. Jetzt spricht seine Frau Klartext. „Darüber komme ich nicht hinweg!“, so ihre schockierenden Worte.

Damit äußert sie klare Vorwürfe gegen die Thüringen-Kliniken.

Corona in Thüringen: Mann steckt sich in Klinik an und stirbt

Für Gunda Jäcksch (86) ist es ein schwerer Schlag: 66 Jahre waren sie und ihr Mann Karl-Heinz (92) unzertrennlich. Dann stürzte der gehbehinderte 92-Jährige Anfang Dezember 2020 in deren Wohnung. Er wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik nach Thüringen gebracht – und war plötzlich mit Corona infiziert.

+++ Corona in Thüringen: So ist die aktuelle Lage +++

Nach dem Sturz ihres Mannes am Abend jenen Dezembertages alarmiert Gunda Jäcksch den Notruf. Rettungskräfte bringen den 92-Jährigen wenig später in die Thüringen-Kliniken. Dort diagnostizieren Ärzte ein Hämatom am Bein, sodass Karl-Heinz operiert werden muss. Das erfährt Gunda Jäcksch am Telefon.

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Das ist das Bundesland Thüringen:

  • der Freistaat Thüringen hat rund 2,1 Millionen Einwohner auf 16.000 Quadratkilometer Fläche
  • Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt ist Erfurt
  • weist eine hohe Dichte an wichtigen Kulturstätten auf, darunter das „Klassische Weimar“ (Unesco-Weltkulturerbe), das Bauhaus in Weimar und die Wartburg bei Eisenach
  • Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Linke), regierende Parteien sind Linke, SPD, Grüne

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Ihr Mann sagt ihr noch: „Weine nicht, ich komme doch bald wieder.“ Am 8. Dezember erhält die 86-Jährige dann einen Anruf von der Klinik: Ihr Mann werde am nächsten Tag entlassen, wie die „Ostthüringer Zeitung“ berichtet. Statt der Entlassung folgt dann allerdings der nächste große Schock am Telefon: „Ihr Mann hat Corona“, so die Worte einer Krankenschwester. Gunda Jäcksch ist fassungslos.„Darüber komme ich nicht hinweg!“, sagt sie gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Schließlich habe Karl-Heinz die Wohnung nie verlassen. Doch Corona kennt keine Gnade; die Erkrankung schreitet weiter voran. Der 92-Jährige bekommt wenige Tage später eine Lungenentzündung, bevor seine Frau am 23. Dezember einen wohl letzten Anruf aus der Klinik erreicht: „Frau Jäcksch, Ihr Mann ist vor einer halben Stunde eingeschlafen.“

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Klinik in Thüringen bedauert Corona-Tod

Für Gunda Jäcksch bricht damit eine Welt zusammen. Klinik-Sprecher Stephan Breidt erklärt zu der plötzlichen Corona-Erkrankung von Karl-Heinz: „Im Dezember lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis zwischen 300 und 500.“ Damit habe ein allgegenwärtiges Infektionsrisiko bestanden. Man habe intensive Schutzmaßnahmen ergriffen, zum Beispiel die Absage sogenannter elektiver Eingriffe. Es seien fast ausschließlich Notfallpatienten und Patienten mit einer Krebserkrankung stationär behandelt worden. Umso tragischer sei bei allen Schutzmaßnahmen ein derartiger Verlauf. Und abschließend: „Unser Geschäftsführer bedauert gegenüber Frau Jäcksch diesen tragischen Verlauf außerordentlich.“

Doch die Worte bringen der 86-Jährigen ihren Mann auch nicht zurück. Zu „Bild“ sagt sie: „Am 17. April hätten wir Steinerne Hochzeit in unserem Lieblingsrestaurant gefeiert, wären dann 67,5 Jahre glücklich verheiratet gewesen.“ Zu ihrem 87. Geburtstag am 28. März sei sie nach 69 Jahren nun zum ersten Mal ohne ihn. Mehr zu dem tragischen Schicksal des Seniorenpaares kannst du hier nachlesen. (nk)