Corona in Thüringen: Landrat wettert gegen Regel-Chaos – „Völliger Unsinn!“

Nordhausens Landrat Matthias Jendricke fodert klarere Corona-Regeln in Thüringen.  (Symbolbild)
Nordhausens Landrat Matthias Jendricke fodert klarere Corona-Regeln in Thüringen. (Symbolbild)
Foto: Marco Kneise / Thüringer Allgemeine

Thüringen. Die Corona-Lage in Thüringen spaltet das Land. Während mehrere Landkreise Inzidenzwerte von teilweise deutlich über 200 haben - der Landkreis Greiz hat sogar über 530 - haben andere Orte in Thüringen die Situation vergleichsweise gut im Griff.

Nordhausens Landrat Matthias Jendricke (SPD) wettert deshalb gegen das Corona-Regel-Chaos in Thüringen: „Völliger Unsinn!“

Thüringen: Landrat wettert gegen Regel-Chaos

Erfurt, Nordhausen, Weimar und Sonneberg gehören zu den Orten in Thüringen mit den niedrigsten Inzidenzwerten. In Weimar liegt der Sieben-Tage-Wert aktuell sogar bei knapp unter 50. Die vier Städte beziehnungsweise Landkreise wollen deshalb längst wieder ihre Geschäfte öffnen, doch das Land hält mit hohen Corona-Auflagen dagegen.

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Nordhausens Landrat Matthias Jendricke ist es satt. „Das Land soll sich endlich um die Problemkreise kümmern und nicht mit uns um Auflagen für Öffnungen streiten“, fordert er in der „Bild“-Zeitung.

Nur weil in Greiz alles aus dem Ruder laufe, müssten die Nordhäuser ins benachbarte Sachsen-Anhalt fahren, um eine Schraube im Baumarkt zu kaufen. Jendricke meint: „Kinderschuhe darf ich hier kaufen, das Regal für Erwachsene ist aber abgesperrt. Völliger Unsinn!“

Statt der hiesigen Corona-Auflagen solle das Land Thüringen mehr abwägen und endlich einen Vertrag mit der Kontakt-Nachverfolgungs-App „Luca“ schließen. „Das Land hat sich durch viel zu strenge Vorgaben völlig vergaloppiert“, so der Landrat.

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Rückenwind kommt indes aus Erfurt. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) stört sich ebenfalls an dem Regel-Chaos im Einzelhandel. „Ich verstehe nicht, warum man Kinderschuhe und Bücher kaufen darf, Klamotten und Schreibwaren aber nicht. Das kann ich keinem Einzelhändler mehr erklären“, sagt Bausewein.

Während sich die Menschen im Supermarkt drängelten, frage keiner nach einem negativen Test. Der Oberbürgermeister spricht in der „Bild“ schließlich von anderen Plänen: „Beim Erfurter Modell wollen wir testen, testen, testen - somit erstmalig in Corona-Zeiten ein sicheres Einkaufserlebnis bieten.“ Denn ohne Hilfe für Einzelhändler und Gastronomen seien die Innenstädte bald tot. (nk)