Thüringen: Mann stiehlt Katzen aus Tierheim – seine Erklärung ist skurril

Thüringen: Bei einer Tierschutzorganisation aus Sondershausen wurde zum vierten Mal eingebrochen.
Thüringen: Bei einer Tierschutzorganisation aus Sondershausen wurde zum vierten Mal eingebrochen.
Foto: Hoffnung für kleine Samtpfoten e.V.

Thüringen. Über Monaten hat große Verzweiflung bei der Tierschutzorganisation „Hoffnung für kleine Samtpfoten e.V.“ in Sondershausen (Thüringen) geherrscht. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde schon wieder eingebrochen – und das bereits zum vierten Mal in diesem Jahr.

Wieder einmal mussten die Pfleger auf den Überwachungskameras mit ansehen, wie Fenster eingeschlagen, Möbel zerstört und Katzen geklaut wurden. Jetzt ist die Polizei dem mysteriösen Einbrecher auf die Schliche gekommen.

Thüringen: Mann behauptet Besitzer von Kater zu sein

„Ich verstehe es einfach nicht“, sagt Matthias Esche, Vorstand der Tierschutzorganisation, verzweifelt im Gespräch mit Thüringen24. Ganze vier Einbrüche musste der Sondershausener bereits in seinem Katzenheim verkraften, bei dem auch immer wieder Katzen gestohlen wurden sind.

Alles habe damit angefangen, dass ein Mann vor den Tierpflegern behauptete, er sei der Besitzer von Kater Balou, der zu diesem Zeitpunkt bereits sieben Monate in der Tierschutzorganisation lebte. Da jedoch auch eine weitere Person angab, das Herrchen des Katers zu sein, mussten die Tierpfleger diesem Mysterium zunächst auf den Grund gehen und konnten den Kater nicht gleich in fremde Hände geben.

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Dann kam der erste Einbruch Anfang Mai: Fenster wurden eingeschmissen, Türklinken abgebrochen und ausgerechnet Kater Balou kam abhanden. Doch obwohl sich das Tier nach wie vor in den Händen der Einbrecher befinden, folgten weitere drei Einbrüche.

Thüringen: Weitere brutale Einbrüche folgen - wieder wird eine Katze geklaut

Auch beim letzten Einbruch am vergangenen Montagmorgen ging es wieder sichtlich brutal zu. Erneut verschafften sich die Einbrecher Zugang über eine eingeschlagene Fensterscheibe, zerstörten Möbelstücke und warfen diese aus dem Fenster. Durch ein Feuer zerstörten die Täter sogar den Sicherungskasten und kappten damit die Stromversorgung im ganzen Haus. Und als wäre das nicht schon längst genug, wurde auch noch Computer beschädigt.

„Blanke Zerstörungswut – ich denke nicht, dass es hier wirklich um die Tiere geht“, vermutet Matthias Esche im Gespräch mit Thüringen24.

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Allerdings wagten die Täter erneut den Versuch, einen Kater zu entbehren. Diesmal sollte es Kater Barney an den Kragen gehen, der den Tätern jedoch in letzter Sekunde entlaufen konnte. Die Pfleger fanden Barney am nächsten Morgen in einem Busch an der Straße des Tierheims – ein Glück, denn der Kater leidet an Diabetes und hätte ohne sein spezielles Futter wohl nicht lange überleben können.

Matthias Esche und seine Kollegen stehen unter Schock und hoffen, dass die Täter bald eine saftige Strafe erhalten. „Ich weiß sonst nicht, wie ich meine Kollegen und Tiere noch schützen soll“, so Esche gegenüber Thüringen24.

Thüringen: Polizei schnappt den Täter

Am Donnerstag verkündet die Polizei gute Nachrichten für das Tierheim. Endlich hat die Polizei einen Tatverdächtigen ausmachen können. Vermutlich aus „falsch verstandener Tierliebe“, so die Polizei, verschaffte sich ein 31-Jähriger aus Sondershausen immer wieder Zutritt. Im Gespräch mit der Polizei behauptete er, dass seiner Meinung nach die Katzen dort nicht artgerecht gehalten werden.

Die Ermittler hatten sichergestellte Aufzeichnungen des 31-Jährigen ausgewertet. Gegen ihn laufen jetzt vier Strafverfahren. Bislang schweigt der Mann zu den Taten. Nun entscheidet die Justiz, ob die falsch verstandene Tierliebe strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. (mkx/vh)