Corona in Thüringen: Land beschließt neue Verordnung ++ Inzidenzen stagnieren

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

Beschreibung anzeigen

Erfurt. Die Corona-Infektionszahlen in Thüringen gehen weiter nach oben. Ab sofort gelten im Freistaat neue Quarantäne-Regeln.

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Thüringen kannst du in unserem News-Blog nachlesen.

Corona in Thüringen: Alle Entwicklungen hier nachlesen!

+++ Hier den News-Blog aktualisieren +++

Samstag, 18. September

11.15 Uhr: Inzidenzen bewegen sich kaum

In Thüringen haben sich die Corona-Zahlen nicht wesentlich bewegt. Die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Samstag bei 51,6 (Vortag 52,2), wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte. Es kamen 151 weitere gemeldete Infektionen hinzu, aber kein weiterer Todesfall. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 72,0, nach 74,7 am Vortag.

Der Großteil der Thüringer Landkreise und Städte lag am Samstag über der Inzidenz-Schwelle von 35. Ausnahmen waren der Kyffhäuserkreis (15,0), der Saale-Orla-Kreis (23,9), sowie die Landkreise Nordhausen (24,3) und Greiz (30,0).

Wenn in einem Landkreis die Inzidenz drei Tage über 35 liegt und dort auch die Zahl der wöchentlichen Einweisungen ins Krankenhaus pro 100.000 Einwohner über vier liegt oder landesweit mehr als drei Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind, können weitere Einschränkungen gelten.

Freitag, 17. September

10.57 Uhr: Neue Corona-Verordnung für Thüringen

Nach Diskussionen über die Einführung eines 2G-Modells zum Beispiel für den Besuch von Clubs und Diskotheken ist in Thüringen eine neue Verordnung zunächst ohne derartige Regelungen verkündet worden. Sie soll am Sonntag in Kraft treten, wie aus dem online veröffentlichten Verordnungstext vom Freitag hervorgeht. Gelten soll sie demnach bis zum 17. Oktober. Allerdings wird erwartet, dass bereits bei der kommenden Kabinettssitzung am Dienstag erneut über die Einführung einer 2G-Regelung gesprochen werden soll.

Das 2G steht für „genesen“ und „geimpft“ und bedeutet, dass zu bestimmten Veranstaltungen oder in bestimmte Bereiche nur Menschen Zugang bekommen sollen, die entweder eine vollständige Corona-Impfung erhalten haben oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind.

Bisher gelten in Thüringen für bestimmte Lebensbereiche und in bestimmten Warnstufen die 3G-Regelung, wonach der Zutritt nicht nur geimpften und genesenen Menschen möglich ist, sondern auch Ungeimpften mit einem negativen Corona-Test.

10.24 Uhr: Corona-Inzidenz in Thüringen sinkt leicht

Die Corona-Inzidenz in Thüringen steigt weiter leicht an. Das Robert Koch-Institut bezifferte die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen am Freitag mit 52,2 (Vortag: 49,1). Bundesweit lag der Wert bei 74,7.

Die höchsten regionalen Werte haben in Thüringen derzeit der Landkreis Gotha mit 86,9, der Wartburgkreis mit 76,3 und der Landkreis Sonneberg mit 75,4. Eisenach registrierte laut RKI in den vergangenen sieben Tagen keinen einzigen Infektionsfall.

Insgesamt meldete das RKI für Thüringen 235 Neuinfektionen und keinen weiteren Todesfall.

Donnerstag, 16. September

17.20 Uhr: Kritik an Plänen von Bund und Ländern

In Thüringen sehen mehrere Landtagsfraktionen Pläne von Bund und Ländern kritisch, Ungeimpften künftig bei vermeidbarer Quarantäne keinen Verdienstausfall mehr zu zahlen.

„Es gibt noch zu viele Unschärfen, daher sehen wir das derzeit nicht als ein probates Mittel an“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Thüringer CDU-Fraktion, Christoph Zippel. Unter anderem sei die Frage noch nicht geklärt, wie man mit Menschen umgehe, die sich nicht impfen lassen dürften. Auch Datenschutzfragen gebe es, weil nicht jeder überhaupt offenlegen müsse, ob er geimpft sei.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Thüringer SPD-Fraktion, Cornelia Klisch, positionierte sich ebenfalls gegen die Idee. „Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne müssen Beschäftigte entschädigt werden. Ob ein Beschäftigter geimpft ist oder nicht, darf dabei keine Rolle spielen“, erklärte Klisch.

Eine Streichung der Entschädigung würde Druck ausüben, argumentierte Klisch. Auch angesichts der Impfquoten in Thüringen sei ein solcher Schritt „zu früh“, wie sie sagte. Vielmehr müsse man noch mehr für Impfungen werben und niedrigschwellige Angebote machen.

In der Debatte geht es um Entschädigungen, die bisher geleistet werden, wenn Beschäftigte in vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne müssen und dadurch Verdiensteinbußen erleiden. Bisher können auch Ungeimpfte mit dieser Entschädigung rechnen. Fraglich ist, ob das so bleibt.

Mittwoch, 15. September

19.01 Uhr: Eltern fordern schnelle Umsetzung der Quarantäne-Regeln

Die Thüringer Landeselternvertretung (LEV) hat eine schnelle Umsetzung der neuen Quarantäneregeln für Schüler bei den Gesundheitsämtern angemahnt. „Derzeit erreichen die LEV zahlreiche Anfragen von Eltern, die bei den Gesundheitsämtern vergeblich um eine Freitestung für ihre schulpflichtigen Kinder aus der Quarantäne bitten“, teilte die Landeselternvertretung am Mittwoch mit. Man fordere „schnellstens die Umsetzung des Quarantäneerlasses“.

Am Freitag trat in Thüringen ein Erlass in Kraft, nach dem eine Quarantäne unter bestimmten Voraussetzungen auf fünf Tage verkürzt werden kann, wenn ein negativer Corona-Test vorgelegt wird.

Nach Einschätzung der Landeselternvertretung wird diese Regelung aber noch nicht in allen Gesundheitsämtern umgesetzt. „Die Gesundheitsämter müssen überall reagieren“, forderte die LEV. „Schülerinnen und Schülern müssen Möglichkeiten zur Freitestung eingeräumt werden, um umgehend in die Schule zurückkehren zu können“, heißt es in einer Mitteilung.

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte, er gehe davon aus, dass man einen Weg finden werde, „der für Schulen und für die Gesundheitsämter handhabbar ist“. Man sei dazu im Kontakt mit dem Gesundheitsministerium. „Ich gehe auch davon aus und hoffe, dass es sich bei Problemmeldungen aus bestimmten Regionen lediglich noch um Übergangsprobleme handelt, bis die neuen Richtlinien überall zum Tragen kommen.“

Zuständig ist das Gesundheitsministerium, das darauf hinwies, dass die Gesundheitsämter seit Beginn der Pandemie „unter Volllast“ arbeiteten. „Wenn die neuen Regelungen zur Verkürzung der Quarantäne noch nicht überall angewendet werden sollten, bieten wir der Landeselternvertretung gern an, dass sie uns über die konkreten Fälle informiert. Dazu haben wir mit der Landeselternvertretung Kontakt aufgenommen“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Es müsse auch die Einschätzung des Amtsarztes vor Ort berücksichtigt werden.

11.04 Uhr: Weiterer Corona-Todesfall in Thüringen

Die Corona-Inzidenz in Thüringen steigt weiter. Die Zahl der Neuansteckungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche lag am Mittwoch nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 48,6 (Vortag: 47,5). Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 77,9. Die höchsten regionalen Werte haben in Thüringen derzeit der Landkreis Sonneberg mit 91,2 und der Wartburgkreis mit 75,4.

Von Dienstag auf Mittwoch gab es im Freistaat einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit Corona. Zudem wurden 260 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie gab es damit in Thüringen 132 510 Corona-Fälle - 4400 Menschen starben mit oder an dem Virus.

Dienstag, 14. September

18.13 Uhr: Hochschulen stehen vor großer Herausforderung

Zur Umsetzung der 3G-Regeln an den Thüringer Hochschulen in der Corona-Pandemie gibt es aus Sicht der CDU-Landtagsfraktion noch etliche offene Fragen. Wenige Wochen vor Semesterbeginn sei etwa unklar, wie die Kontaktnachverfolgung umgesetzt werden könnte und wer Daten erheben dürfe, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Andreas Bühl am Dienstag in Erfurt. Eine CDU-Umfrage unter den Hochschulen habe zudem ergeben, dass nicht klar sei, was etwa bei Verstößen gegen die 3G-Auflagen passiere. Die aktuellen Vorgaben seien als unbrauchbar und nicht leistbar eingeschätzt worden.

Bei der Kontrolle der Impf-, Test- oder Genesenen-Nachweise gebe es für die Hochschule zudem große Herausforderungen, „weil die Lehrveranstaltungen ja meist wild mit Teilnehmern zusammengewürfelt sind“. Für jede einzelne Lehrveranstaltung den Nachweis zu kontrollieren, sei unrealistisch. Aus etlichen Hochschulen sei daher Unmut zu vernehmen gewesen.

Das Wissenschaftsministerium widersprach der Darstellung. „Irgendwelche "Umfragen" oder Hinweise der CDU sind nicht nur überflüssig, sondern hinken auch den bereits laufenden Abstimmungsprozessen hinterher“, teilte Wissenschaftsstaatssekretär Carsten Feller (SPD) mit. Bei einer Konferenz mit Hochschuldirektoren am Montag habe es keinerlei Unmut gegeben. Stattdessen zeichneten sich praktikable und für die Hochschulen umsetzbare Lösungen ab. So müssten sie etwa keine generellen Einlasskontrollen vornehmen, sondern lediglich stichprobenartig kontrollieren.

Das Wintersemester beginnt offiziell Anfang Oktober, Mitte des Monats sollen dann die Vorlesungen starten. Das Ministerium setzt auf weitgehende Präsenztermine und hält ein weiteres rein digitales Semester für unzumutbar. Voraussetzung für den Zutritt zu den Veranstaltungen sind laut aktueller Corona-Verordnung die 3G-Regeln. Studierende müssen also gegen das Coronavirus geimpft, getestet oder genesen sein. Wie genau die 3G-Regeln umgesetzt und kontrolliert werden sollen, ist nach Ministeriumsangaben noch nicht klar.

Montag, 13. September

13.29 Uhr: Neue Quarantäne Regeln für den Freistaat ermöglichen das „Freitesten“

Die Landesregierung erleichtert die Quarantäne-Regeln im Freistaat. Darüber hat das Gesundheitsministerium informiert. Ab sofort gilt ein neuer Erlass mit folgenden Regeln:

  • Die Quarantäne von Kontaktpersonen OHNE Symptome wird von 14 auf zehn Tage verkürzt.
  • Mit einem PCR-Test kann man die Quarantäne-Zeit verkürzen – und zwar ab dem fünften Tag. Aus der Quarantäne raus darf man nur, wenn ein negatives Testergebnis da ist.
  • Mit einem negativen Antigen-Schnelltest kann man die Quarantäne ab dem siebten Tag verkürzen.

Gesundheitsministerin Heike Werner sagt dazu: „Durch die Möglichkeiten des ‚Freitestens‘ aus der Quarantäne schaffen wir eine deutliche Erleichterung und gleichzeitig eine Lösung, die ein hohes Maß an Infektionsschutz bewahrt.“ Natürlich würden sich die zuständigen Gesundheitsämter auch weiter jeden Fall spezifisch anschauen, so Werner weiter.

(dpa/red)